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Dax-Unternehmen bieten 2700 zusätzliche Praktikumsplätze für Flüchtlinge

Die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nach eigenen Angaben knapp 2700 Praktikumsplätze zusätzlich geschaffen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Frankfurt (afp) > Die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland haben zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nach eigenen Angaben knapp 2700 Praktikumsplätze zusätzlich geschaffen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Gut 500 der Praktikumsplätze sind demnach besetzt. Fest angestellt haben die Unternehmen laut Umfrage bis Anfang Juni lediglich 54 Flüchtlinge.

Ganz vorn bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen und Stellen für Flüchtlinge ist laut “FAZ”-Umfrage die Deutsche Post. Sie bietet rund 1000 Praktikumsplätze an und hat 50 Flüchtlinge fest angestellt – zwei weitere kamen demnach jeweils beim Softwarekonzern SAP und beim Pharmahersteller Merck unter. Jeweils mehrere hundert Praktikumsplätze bieten den Angaben zufolge der Autobauer Daimler, ThyssenKrupp und BMW. Zusätzliche Ausbildungsplätze haben die Dax-Konzerne laut Umfrage etwas mehr als 300. Davon sei bislang aber erst ein kleiner Teil besetzt. Die Mehrheit der Unternehmen verweist laut “FAZ” auf Aktivitäten zur Unterstützung von Stiftungen und Verbänden, die sich um Flüchtlinge kümmern. Zahlreiche Dax-Vertreter beteiligen sich demnach am Netzwerk “Wir zusammen” im Namen der deutschen Wirtschaft.

Im vergangenen Herbst hatten die Unternehmen noch deutlich optimistischer geklungen, Flüchtlinge beschäftigen zu können. Daimler-Chef Dieter Zetsche etwa sagte der “Bild”-Zeitung Anfang September, sein Unternehmen wolle in Flüchtlingszentren nach Arbeitskräften suchen und für den Autobauer werben. Viele Flüchtlinge seien jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. “Genau solche Leute suchen wir doch.” Im Juni waren laut Bundesagentur für Arbeit insgesamt 300.000 Menschen, die durch die aktuelle Flüchtlingskrise nach Deutschland gekommen sind, arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Verdoppelung. Derzeit gibt es laut BA einen Anstieg von 10.000 bis 15.000 arbeitslosen Flüchtlingen pro Monat, weshalb sich die Flüchtlingskrise womöglich im nächsten Jahr am Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird.

Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt es derzeit zwar rund 154.000 freie Jobs für Flüchtlinge – das sind aber vor allem Jobs als Helfer, etwa im Reinigungsgewerbe, in der Verkehrs- und Logistikbranche sowie auf dem Bau. Das IAB forderte kürzlich verstärkte Anstrengungen bei der Sprachförderung, Qualifikation und Bildung von Flüchtlingen. Nur so könnten “weitere Segmente im Arbeitsmarkt mit stärkerem Arbeitskräftebedarf, höheren Löhnen und größeren Entwicklungsmöglichkeiten” erschlossen werden.