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Arbeitsrecht in der Fischindustrie – MSC plant Stakeholder-Konsultationen

Der MSC (Marine Stewardship Council) wird in den kommenden Monaten verschiedene Möglichkeiten eruieren, das Thema Arbeitsrechte stärker als bisher in seinem Zertifizierungsprogramm zu verankern. Er tritt dazu in engen Austausch mit wichtigen Stakeholdern – Vertretern von NGOs, Wissenschaft, Fischereiwesen, Industrie und Handel. Wer Produkte mit dem blauen MSC-Siegel kauft, soll wissen, dass MSC-zertifizierte Fischereien, aber auch alle weiterverarbeitenden Unternehmen und Handelspartner, international geltenden arbeitsrechtlichen Anforderungen gerecht werden.

Berlin (csr-news) > Der MSC (Marine Stewardship Council) wird in den kommenden Monaten verschiedene Möglichkeiten eruieren, das Thema Arbeitsrechte stärker als bisher in seinem Zertifizierungsprogramm zu verankern. Er tritt dazu in engen Austausch mit wichtigen Stakeholdern – Vertretern von NGOs, Wissenschaft, Fischereiwesen, Industrie und Handel. Wer Produkte mit dem blauen MSC-Siegel kauft, soll wissen, dass MSC-zertifizierte Fischereien, aber auch alle weiterverarbeitenden Unternehmen und Handelspartner, international geltenden arbeitsrechtlichen Anforderungen gerecht werden.

“Wir sind uns bewusst, dass soziale Aspekte in der Nachhaltigkeitsdiskussion eine immer wichtigere Rolle spielen“, so Werner Kiene, Vorsitzender des MSC-Treuhänderrates. „Daher haben wir beschlossen, unseren Umweltstandard zur Zertifizierung nachhaltiger Fischereien in einem risikobasierten Ansatz um arbeitsrechtliche Aspekte zu erweitern. Wir wollen sicherstellen, dass die Arbeitspraktiken innerhalb der MSC-zertifizierten Lieferkette, vom Meer bis zum Konsumenten, internationalen Richtlinien entsprechen.“ Der MSC wird in den kommenden Monaten zahlreiche Experten konsultieren, um konkrete Vorschläge zur Umsetzung dieses Vorhabens zu entwickeln. Dabei ist man auch offen für Lösungen, die bereits in anderen Standards und bei anderen Organisationen erfolgreich Anwendung finden.

Besorgnis über den Missbrauch von Arbeitskräften in der Fischerei

“Weltweit herrscht eine tiefe Besorgnis über den Missbrauch von Arbeitskräften in der Fischerei. Viele Organisationen suchen aktuell nach einer Möglichkeit, der Fischindustrie kosteneffiziente und anwendbare Instrumente an die Hand zu geben, damit sichergestellt wird, dass ihre Produkte und Lieferketten internationale Standards erfüllen und nicht auf inakzeptablen Arbeitspraktiken beruhen“, sagt Rupert Howes, Geschäftsführer des MSC. “Zwar gibt es für die Fischindustrie mittlerweile Sozialstandards, welche an Land greifen – doch die Herausforderung, derartige Standards auch auf See, also an Bord der Fischereischiffe, zu implementieren, ist groß! Dennoch gibt es einige Initiativen, die erste Schritte in diese Richtung gegangen sind. Von ihnen, aber auch von unseren Fischereien und Marktpartnern, möchten wir lernen, möchten Bedürfnisse, Erwartungen und Hindernisse verstehen. Unser Ziel ist es, einen risikobasierten Ansatz zu entwickeln, der überall dort greift, wo Bedarf besteht. Das wird nicht leicht werden. Wir ermutigen unsere Partner, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen, um so sicherzustellen, dass die arbeitsrechtlichen Anforderungen des MSC-Programms gleichermaßen effektiv wie angemessen sind“, schließt Howes. Mit den aktuellen Bestrebungen baut der MSC auf seine 2014 in Kraft getretene Verpflichtung auf, wonach Fischereien und Unternehmen, die wegen Zwangsarbeit verurteilt wurden, nicht MSC-zertifiziert werden können.

Stufenweise Implementierung der neuen risikobasierten Richtlinien

Der MSC geht derzeit von einer stufenweisen Implementierung der neuen arbeitsrechtlichen Zertifizierungsanforderungen aus. Im ersten Schritt werden MSC-zertifizierte Fischereien voraussichtlich eine Erklärung unterzeichnen und entsprechend belegen müssen, wonach sie keine inakzeptablen Arbeitspraktiken anwenden. Dies soll bis Ende 2018 passiert sein. Parallel dazu soll über die Integration arbeitsrechtlicher Anforderungen in die MSC-Zertifizierungsrichtlinien für Unternehmen der Lieferkette beraten werden. Möglicherweise wird der MSC dabei auch auf Lösungen und Sozialstandards anderer anerkannter Organisationen zurückgreifen. Die entsprechenden Anforderungen sollen dann 2018 in Kraft treten. Im nächsten Schritt soll über die Aufnahme arbeitsrechtlicher Anforderungen in das Zertifizierungsprogramm für Fischereien beraten werden. Auch hier wird der MSC möglicherweise auf Lösungen anderer Sozialstandard setzender Organisationen zurückgreifen. Die neuen Anforderungen sollen dann im Rahmen der Standardüberarbeitung 2020 Teil des MSC-Fischereistandards werden. Zu allen Schritten wird es umfangreiche Stakeholder-Konsultationen geben. Details zu den Stakeholder-Konsultationen finden Sie unter improvements.msc.org. Wenn Sie selbst an den Konsultationen teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bei standards@msc.org