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Unternehmer mit Migrationsgeschichte schaffen Arbeit für zwei Millionen Menschen

Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte haben zuletzt deutlich mehr Menschen in Lohn und Brot gebracht: Die Zahl der Firmengründer mit ausländischen Wurzeln sowie der von ihnen beschäftigten Menschen stieg einer Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zufolge zwischen 2005 und 2014 um satte 33 Prozent auf 1,993 Millionen. „Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Aart De Geus.

Gütersloh (csr-news/afp) > Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte haben zuletzt deutlich mehr Menschen in Lohn und Brot gebracht: Die Zahl der Firmengründer mit ausländischen Wurzeln sowie der von ihnen beschäftigten Menschen stieg einer Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zufolge zwischen 2005 und 2014 um satte 33 Prozent auf 1,993 Millionen. „Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Aart De Geus.

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Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Während die Zahl der selbständigen Unternehmer mit Migrationshintergrund selbst in dieser Zeit um ein Viertel von 567.000 auf 709.000 stieg, erhöhte sich die Zahl der von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze um 36 Prozent von 947.000 auf 1,3 Millionen. Das sei „umso bemerkenswerter“ als die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von 2005 bis 2015 lediglich um neun Prozent gestiegen sei, erklärte die Stiftung am Donnerstag. Lag sie 2005 bei 15,052 Millionen, waren es 2014 insgesamt 16,386 Millionen.

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Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Zugleich änderte sich das Profil der sogenannten Migrantenökonomie sehr deutlich – das gängige Klischee von Döner-Imbissen und Kiosken an der Ecke bildet die Realität immer weniger ab. Nach der von der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellten Studie war 2014 fast die Hälfte der Selbstständigen mit Zuwanderungsgeschichte im Dienstleistungsbereich außerhalb von Handel und Gastronomie beschäftigt (48 Prozent).

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Quelle: Bertelsmann-Stiftung

In Handel und Gastronomie waren demnach lediglich noch 28 Prozent von ihnen tätig – erheblich weniger als noch 2005. Jeder fünfte Selbstständige mit ausländischen Wurzeln arbeitete den Autoren zufolge aber in der Baubranche oder im verarbeitenden Gewerbe. „Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten nicht nur als Selbstständige, sondern schaffen auch Arbeitsplätze und ermöglichen vielen Menschen somit eine Chance zur Teilnahme am Arbeitsmarkt“, betonte De Geus. Die Selbständigkeit wirkt dabei auch als Wohlstands- und Einkommenstreiber. Laut Prognos verdienten selbstständige Migranten im Schnitt pro Monat 2167 Euro oder 40 Prozent mehr als abhängig Beschäftigte mit Migrationshintergrund.

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Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Als Unternehmer mit mehreren Beschäftigten verdienen sie demnach sogar fast doppelt so viel (2994 Euro). Im Vergleich zu Selbstständigen ohne Migrationsgeschichte verdienen sie aber deutlich schlechter. Diese nehmen monatlich im Schnitt 30 Prozent mehr ein.