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EU-Projekt will Jugendliche für Umweltveränderungen sensibilisieren

Das EU-Projekt „Young Scientists as Change Explorers – Students Evaluating Environmental Change in Europe with Digital Space Technologies (YCHANGE)“ wird für zwei Jahre aus Mitteln des „Erasmus+“-Programms für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport gefördert. Das Projekt will Schülerinnen und Schülern die Nutzung von Satellitenbildern im Unterricht nahebringen, um selbst Umweltveränderungen zu analysieren.

Heidelberg (csr-news) > Das EU-Projekt „Young Scientists as Change Explorers – Students Evaluating Environmental Change in Europe with Digital Space Technologies (YCHANGE)“ wird für zwei Jahre aus Mitteln des „Erasmus+“-Programms für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport gefördert. Die Leitung haben Professor Alexander Siegmund und Thomas Kisser von der Abteilung Geographie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg inne; die Forscher kooperieren mit der Karls-Universität Prag (Tschechische Republik) und der Universität Tallinn (Estland). Das Projekt will Schülerinnen und Schülern die Nutzung von Satellitenbildern im Unterricht nahebringen, um selbst Umweltveränderungen zu analysieren.

In den neu konzipierten Workshops kommen laut Alexander Siegmund und Thomas Kisser didaktisch innovative Lehr-Lern-Module zum Einsatz, welche die Potenziale von Fernerkundungsdaten für die Bildungsarbeit eröffnen und individuelles, forschungsbasiertes Lernen fördern. Die Jugendlichen führen dabei auf Grundlage der Daten von modernen Erdbeobachtungssatelliten wie dem Copernicus-Programm der Europäischen Weltraumbehörde eigene Analysen der Satellitenbilder durch und stellen ihre Ergebnisse auf einer Web-Plattform online. „Durch das ‚YCHANGE‘-Projekt entsteht so ein Daten-Pool zu umweltrelevanten Fragestellungen für verschiedene Raumausschnitte Europas, der jedermann öffentlich zugänglich ist“, erklären Siegmund und Kisser.

Die ausgewählten Fallbeispiele orientieren sich dabei an Aspekten des Globalen Wandels, wie etwa Überschwemmungen oder der Suburbanisierung. „Auf diese Weise sollen die Schülerinnen und Schüler für die Folgen des menschlichen Einflusses auf die Umwelt sensibilisiert und durch den aktiven Umgang mit modernen Geotechnologien wie Satellitenbildern das Interesse an natur-, umwelt- und geowissenschaftlichen Themen gestärkt werden“, sagt Kisser. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert die Arbeit mit Fernerkundungsdaten so das Verständnis von Jugendlichen für ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge.

Laut Alexander Siegmund, der den Fachbereich Geographie leitet, erweitert das „YCHANGE“-Projekt das Profil der Abteilung im Bereich der Verknüpfung angewandter Fernerkundung und Fernerkundungsdidaktik um eine zusätzlich europäische Komponente. „Das Projekt fügt sich in eine Reihe solcher Bildungsvorhaben ein, wie die von der Deutschen Raumfahrtagentur geförderte Entwicklung einer adaptiven Lernplattform zum schulischen Einsatz von Satellitenbildern (‚Space4Geography‘), deren Nutzung auch maßgeblich durch die Kurs-Angebote der GIS-Station, dem Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für digitale Geomedien an der Pädagogischen Hochschule, gefördert wird.“ Für ihre innovativen Ansätze zur Nutzung und Vermittlung solcher modernen Geotechnologien wird die Abteilung Geographie von der UNESCO im Herbst als UNESCO-Chair ausgezeichnet.