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Unternehmenskultur – Telekom will genauer hinschauen

Gesetzes- und Regelbrüche in Unternehmen gefährden Reputation und Geschäftserfolg – das haben diverse Fälle bei Dax-Konzernen in den vergangenen Jahren gezeigt. Die Telekom will deshalb das integere Verhalten und die Widerspruchskultur im Unternehmen stärken. Eine wissenschaftliche Untersuchung soll nun die Unternehmenskultur unter die Lupe nehmen.

Bonn (csr-news) > Gesetzes- und Regelbrüche in Unternehmen gefährden Reputation und Geschäftserfolg – das haben diverse Fälle bei Dax-Konzernen in den vergangenen Jahren gezeigt. Die Telekom will deshalb das integere Verhalten und die Widerspruchskultur im Unternehmen stärken. Eine wissenschaftliche Untersuchung soll nun die Unternehmenskultur unter die Lupe nehmen.

„Es genügt nicht, ein so genanntes Compliance Management System zu etablieren, um Verstöße zu verhindern, aufzuklären und zu ahnden. Entscheidend ist letztlich auch eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter Fehlverhalten offen ansprechen können“, sagt Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Deutschen Telekom. Doch wie ist es um die bestellt? Immerhin ist die Telekom in über 50 Ländern vertreten und beschäftigt rund 225.000 Mitarbeiter.

„Der erste Schritt ist zu analysieren, wie es um die Kultur im Unternehmensalltag tatsächlich bestellt ist und welche Ursachen es für Fehlverhalten gibt“, erläutert Manuela Mackert, Chief Compliance Officer der Telekom. „Mit Hilfe eines Expertenkreises werden wir dann erarbeiten, wie wir unsere auf Compliance ausgerichtete Unternehmenskultur verbessern können.“ Das Unternehmen hat deshalb die European School of Management and Technologie (ESMT) und die Hertie School of Governance beauftragt, im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Studie, die tatsächliche Unternehmenskultur des Telekommunikationskonzerns transparent machen.

„Wir wollen herausfinden, welchen Stellenwert ethisches und regelkonformes Verhalten im Unternehmen haben und welche Rolle etwa Hierarchie und die Ausrichtung auf bestimmte Ziele dabei spielen“, sagt Prof. Jörg Rocholl von der ESMT Berlin. Und Prof. Helmut K. Anheier von der Hertie School of Governance ergänzt: „Mögliche Treiber für unethisches Verhalten können unklare Verantwortlichkeiten oder falsch verstandene Loyalität sein. Die gilt es aufzudecken.“

Begleitet wird die Studie von einem unabhängigen Expertenkreis, der am 1. September 2016 zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt. Mitte 2017 sollen die Ergebnisse der Studie sowie Handlungsempfehlungen vorliegen. Ziel ist zudem ein Weißbuch, aus dem auch andere Unternehmen Erkenntnisse für eine Kultur ziehen können sollen, die das Risiko von Gesetzes- und Regelbrüchen minimiert.

Als Teilnehmer des Expertenkreises stehen bisher fest:

  •     Manuela Mackert, Chief Compliance Officer, Deutsche Telekom (Co-Vorsitz)
  •     Prof. Stephan Grüninger, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, Konstanz (Co-Vorsitz)
  •     Monika Brandl, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Deutsche Telekom AG
  •     Prof. Muel Kaptein, Professor of Business Ethics and Integrity Management, Erasmus University Rotterdam
  •     Birgit Klesper, Leiterin Group Transformational Change & Corporate Responsibility, Deutsche Telekom
  •     Prof. Klaus M. Leisinger, Präsident der Stiftung Globale Werte Allianz, Basel
  •     Noor Naqschbandi, Korruptionsprävention, UN Global Compact, Deutsches Netzwerk
  •     Sylvia Schenk, Transparency International Deutschland
  •     Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin
  •     Dr. Matteo Tonello, Managing Director, The Conference Board, New York