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„Unsere gesellschaftliche Bedeutung steigt“ – Positionspapier der Betriebsgastronomen

Das Deutsche Institut für Gemeinschaftsgastronomie e.V. (DIG), Netzwerk der größten unternehmenseigenen Betriebsgastronomen mit über 650.000 Gästen pro Tag, hat ein Positionspapier „Herausforderungen der Zukunft“ zum modernen Essensangebot am Arbeitsplatz herausgegeben.

Berlin (csr-news) > Das Deutsche Institut für Gemeinschaftsgastronomie e.V. (DIG), Netzwerk der größten unternehmenseigenen Betriebsgastronomen mit über 650.000 Gästen pro Tag, hat ein Positionspapier „Herausforderungen der Zukunft“ zum modernen Essensangebot am Arbeitsplatz herausgegeben. „Wir stehen mit unserer Dienstleistung inmitten der Gesellschaft. Was heute in unseren Betriebsrestaurants angeboten wird, hat mit dem Kantinenessen früherer Zeiten recht wenig zu tun“, so DIG-Präsident Stefan Hartmann. „Mit den rund 1.000 im DIG organisierten Einrichtungen großer namhafter Unternehmen leistet die moderne Betriebsrestauration einen wichtigen Beitrag zu Gesunderhaltung und Wohlbefinden der Mitarbeiter.“ Umso wichtiger sei es, dass die 60 Mitgliedsbetriebe in Zukunft mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. „Wir können Tag für Tag den bundesweit rund 600.000 Gästen gesunde Offerten näherbringen und damit auch Brücken zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement bauen.“

Viele Gäste würden nie in ein vegetarisches Restaurant gehen. Mit raffinierten fleischlosen Speisen könnte aber der eine oder andere auf den Geschmack kommen, ist sich Hartmann sicher. Nirgendwo ist die Nähe zwischen Gast und Gastgeber intensiver als zum Beispiel am Arbeitsplatz – und das über Jahre oder Jahrzehnte hinweg. So haben in den Arbeitspausen ausgewogene Mahlzeiten direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Hartmann: „Jedes Mitarbeiterrestaurant in unseren Mitgliedsunternehmen wird von Gastronomie-Spezialisten geführt, die ihr Handwerk gelernt haben.“ Die Bedeutung des ausgewogenen Angebotes steige von Jahr zu Jahr. „Unsere Auftraggeber zeigen mit der Qualität des Speisenangebots auch ihre Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern.“ Im neuen Positionspapier stellen die Mitglieder in fünf Themenkreisen wie soziale Dimension des Essens, Gesundheit, Unternehmenskultur oder Regeneration dar, warum die Bedeutung der Gemeinschaftsgastronomie weiter steigen wird. Hartmann abschließend: „Wir stellen uns den Herausforderungen und leisten engagiert unseren Beitrag.“

 

Die fünf Postitionen des DIG:

Regeneration ‐ die Basis für Leistungsfähigkeit.

Pausen sind im Hinblick auf die Erhaltung der geistigen und physischen Leistungsfähigkeit ein absolutes Muss. Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie bieten hierfür Platz. Essen ist Treibstoff! Studien haben gezeigt, dass die Auswahl des Mittagessens direkte Auswirkungen auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit hat. Je stärker die Akzeptanz der Gemeinschaftsgastronomie, desto größer die Einflussmöglichkeiten auf die Leistungsfähigkeit und somit auf die Produktivität.

Gesundheit ist teuer – Krankheit ist teurer.

Die Folgen ernährungsbedingter Erkrankungen kosten den Staat jährlich rund 17 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von ca. 30 Prozent sämtlicher Gesundheitsausgaben. Die Arbeitgeber tragen neben den Aufwendungen für Krankenkassenbeiträge auch die Kosten der Lohnfortzahlung sowie der Ersatzbeschaffung. Dies zeigt, welch großen Einfluss Essen und Trinken auf die wirtschaftliche Situation von Unternehmen und Volkswirtschaften hat. Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Durch entsprechende Angebote können den Gästen Alternativen aufgezeigt und angeboten werden, die sich auch über den betrieblichen Alltag hinaus auswirken können.

Wertschätzung als Wettbewerbsvorteil.

Jedes Unternehmen braucht ein gemeinsames Grundverständnis, das den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt, gemeinsame Werte vermittelt und allen Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringt. Die Gemeinschaftsgastronomie ist die Kommunikationszentrale eines Unternehmens und bietet Platz für soziale Interaktion und Vernetzung. Dabei werden private und betriebliche Bedürfnisse gleichermaßen befriedigt und die Basis für eine soziale Gemeinschaft und ein Wir‐Gefühl geschaffen.

Die Gesellschaft altert – die Mitarbeiter auch.

Längere Lebensarbeitszeit sowie der demografische Wandel fordert unsere Gesellschaft heraus. Diese Situation wird durch Folgen von Übergewicht sowie psychische und soziale Belastungen verschärft. Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit, Produktivität und Krankenquote werden daraus entstehen. Der Wettbewerb um Köpfe wird sich verstärken. Deshalb brauchen Unternehmen in Zukunft mehr denn je attraktive Arbeitsplätze und gesunde Mitarbeiter. Die Gemeinschaftsgastronomie ist hier ein zentraler Baustein. Sie kann Raum schaffen für Regeneration und Wohlbefinden und zugleich Ernährungskompetenz vermitteln.

Die soziale Dimension des Lebens gewinnt an Bedeutung.

In einer globalisierten Welt nehmen Komplexität und Veränderungsgeschwindigkeit permanent zu. Dies führt zu vielen Veränderungen in der Arbeitswelt wie auch der familiären Strukturen. Die Übergänge von Privatsphäre und Arbeitswelt werden immer fließender. Eine zunehmende Anonymisierung und Individualisierung, unter anderem durch den Einfluss der neuen Medien, verändert das gesellschaftliche Miteinander grundlegend. In diesem Kontext wird künftig verstärkt das Bedürfnis nach sozialer Gemeinschaft entstehen. Gemeinsames Essen als soziales und emotionales Erlebnis hat eine gemeinschaftstiftende Funktion und fördert damit den sozialen Zusammenhalt von Menschen.