Nachrichten

OECD: Einfache Sprachkenntnisse erhöhen Jobchancen von Flüchtlingen erheblich

Die Chancen von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen sich einer OECD-Studie zufolge schon bei einfachen Sprachkenntnissen deutlich. In Deutschland dauerte es aber in der Vergangenheit oft lange, bis die Zuwanderer das erforderliche Niveau erreichten.

Berlin (afp) > Die Chancen von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen sich einer OECD-Studie zufolge schon bei einfachen Sprachkenntnissen deutlich. In Deutschland dauerte es aber in der Vergangenheit oft lange, bis die Zuwanderer das erforderliche Niveau erreichten, wie eine am Mittwoch vorgestellte Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergab.

Die OECD nahm zusammen mit Experten der EU-Kommission die Integration von Flüchtlingen in den europäischen Arbeitsmarkt unter die Lupe. Basis waren dabei Zahlen aus dem Jahr 2014. Vor zwei Jahren war der Untersuchung zufolge der Anteil der Flüchtlinge, die nach bis zu zehn Jahren die Landessprache auf dem sogenannten B1-Niveau sprechen, in Deutschland mit knapp über 40 Prozent im EU-Vergleich niedrig. Mit diesem Niveau können Alltagssituationen in der fremden Sprache bewältigt werden.

OECD-Experte Thomas Liebig bescheinigte Deutschland bei der Vorstellung der Ergebnisse aber „erhebliche Fortschritte“. Es sei sehr viel getan worden. Das B1-Niveau ist laut der Studie auch die Schwelle, ab der sich die Wahrscheinlichkeit für eine Beschäftigung erheblich erhöht. Im Jahr 2014 lag die Beschäftigungsquote von Flüchtlingen in Deutschland bei diesen Sprachkenntnissen bei über 60 Prozent.

Die Untersuchung zeigte zudem, dass die Integration auf dem Arbeitsmarkt in der Vergangenheit ein sehr langer Prozess war. So dauerte es im EU-Durchschnitt 15 bis 20 Jahre, bis die Beschäftigungsquoten das Niveau von Inländern erreichten. Frauen hatten zudem am Arbeitsmarkt mehr Probleme als Männer.

Gerade hochqualifizierte Flüchtlinge haben auch große Schwierigkeiten, ihren Qualifikationen entsprechende Arbeitsstellen zu finden. Deutschland lag dabei 2014 mit einem Anteil von über 70 Prozent der hochqualifizierten Flüchtlinge, die nicht adäquat beschäftigt sind, europaweit an der Spitze. OECD-Experte Liebig hob aber hervor, dass es in Deutschland auch in diesem Punkt zuletzt „wesentliche Fortschritte“ gegeben habe.