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Deutsche geben immer mehr Geld für Fisch-Produkte aus

Die Bundesbürger greifen für Fisch-Produkte und Meeresfrüchte immer tiefer in die Haushaltskassen. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben um 3,1 Prozent auf einen Rekordwert von 3,7 Milliarden Euro. Auffällig sei, dass Konsumenten immer mehr höherpreisige Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse einkauften.

Hamburg (csr-news/afp) > Die Bundesbürger greifen für Fisch-Produkte und Meeresfrüchte immer tiefer in die Haushaltskassen. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben um 3,1 Prozent auf einen Rekordwert von 3,7 Milliarden Euro, wie das Fisch-Informationszentrum am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Auffällig sei, dass Konsumenten immer mehr höherpreisige Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse einkauften.

Dass die Verbraucher bei ihrer Wahl zuerst auf das Produkt und dann auf den Preis schauen, werde auch durch eine aktuelle Verbraucherbefragung des Marine Stewardship Councils (MSC) bestätigt, erklärte der Interessenverband. Demnach ist für die 1.034 befragten Fischkonsumenten in Deutschland neben der Qualität eines Fischproduktes vor allem seine Nachhaltigkeit kaufentscheidend – und zwar deutlich vor den Faktoren Preis oder Marke. „Die Verbraucherumfrage zeigt, wie unterschiedlich die Fischbranche im Vergleich zu anderen Branchen tickt. Nachhaltigkeit hat hier offensichtlich echte Relevanz und Verbraucher geben ihr eine höhere Priorität bei der Wahl ihrer Produkte, als wir dachten“, so Caroline Holme, Geschäftsführerin des durchführenden Marktforschungsinstituts GlobeScan. Drei von fünf der befragten Fischesser äußerten die Bereitschaft, für nachhaltige Fischprodukte tiefer ins Portemonnaie zu greifen als für nicht-nachhaltige. Selbst eine Preissteigerung von 18 Prozent wäre noch für die Hälfte der Befragten akzeptabel.

msc

Quelle: MSC

Die im weltweiten Vergleich hohe Bereitschaft der Deutschen, nachhaltig gefangenen Fisch zu kaufen und dafür gegebenenfalls auch tiefer ins Portemonnaie zu greifen, hängt auch damit zusammen, dass es hierzulande ein besonders starkes Bewusstsein für die Gefährdung der Ozeane und die Problematik der Überfischung gibt. Auf die Frage, wer denn am meisten zum Schutz der Meere beitragen könne, wurden denn auch von den Verbrauchernn am häufigsten Nichtregierungsorganisationen (46%) und internationale Organisationen sowie wissenschaftliche Institutionen (32%) genannt. Danach folgen auch schon die Konsumenten selbst: Jeder fünfte Verbraucher glaubt, dass er selbst durch sein Kaufverhalten Einfluss auf den Schutz der Meere nehmen kann. Regierungen und Unternehmen hingegen werden als wenig einflussreich eingestuft. „Den Fischessern in Deutschland ist bewusst, wie wichtig nachhaltiger Fischfang ist – und sie sind bereit, ihr Kaufverhalten zu ändern, um die Meere zu schützen. Sie fühlen sich ermächtigt, mit ihren Brieftaschen für Nachhaltigkeit zu stimmen“, so Andrea Harmsen, Pressesprecherin des MSC in Deutschland.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch blieb 2015 mit 14,1 kg gegenüber 14,3 kg im Vorjahr stabil. In der Beliebtheitsskala steht Lachs an erster Stelle, gefolgt von Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfallen rund 75 Prozent des Fischkonsums in Deutschland. Greenpeace kritisierte mit Blick auf diese Zahlen, „dass zu viel Fisch gegessen und bei der Auswahl nicht genug auf Nachhaltigkeit geachtet wird“. Vor allem der Nordseekabeljau und der Ostseedorsch sind von der Überfischung betroffen, erklärte die Umweltschutzorganisation. Ihrer Ansicht nach sollte weniger Fisch gegessen und die Schuppenträger wieder „zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden“.