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Obama will weiteres Meeresschutzgebiet schaffen

Knapp drei Wochen nach der Schaffung des weltweit größten Meeresschutzgebiets vor der Küste von Hawaii hat US-Präsident Barack Obama im Atlantik ein weiteres Reservat ausgerufen. Das Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument vor der Küste Neuenglands, das Obama am Donnerstag bei der internationalen Konferenz „Our Ocean“ in Washington proklamierte, wird demnach rund 12.700 Quadratkilometer umfassen.

Washington (afp) > Knapp drei Wochen nach der Schaffung des weltweit größten Meeresschutzgebiets vor der Küste von Hawaii hat US-Präsident Barack Obama im Atlantik ein weiteres Reservat ausgerufen. Das Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument vor der Küste Neuenglands, das Obama am Donnerstag bei der internationalen Konferenz „Our Ocean“ in Washington proklamierte, wird demnach rund 12.700 Quadratkilometer umfassen.

Forscher haben im Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument im Atlantik fünf Unterwasser-Berge sowie drei Unterwasser-Canyons entdeckt, die tiefer als der Grand Canyon in Arizona sind. Sie beheimaten zahlreiche seltene und bedrohte Tierarten, darunter Tiefsee-Korallen und Wale. Mit der Einstufung als Schutzgebiet soll der kommerzielle Fischfang eingeschränkt werden, um etwa Lachse, Muscheln und Hummer zu schützen.

Obama erinnerte daran, dass er in Hawaii aufwuchs. „Da ist das Meer sehr schön“, sagte der US-Präsident. Wenn die heute lebenden Menschen die Ozeane ihren Kindern so übergäben, wie sie sie selbst kennengelernt hätten – „dann müssen wir allmählich handeln, und wir müssen dabei mutig sein“. Die Natur sei „belastbar“, sofern sie von den Menschen nicht „aktiv zerstört“ werde. Vor drei Wochen hatte Obama das bereits bestehende Papahanaumokuakea Marine National Monument vor Hawaiis nordwestlichen Inseln um mehr als das Vierfache erweitert. Die Schutzzone umfasst nun rund 1,5 Millionen Quadratkilometer.

An dem Treffen mit dem Motto „Our Ocean“ nahmen nach Angaben des US-Außenministeriums neben Experten und Umweltaktivisten Minister und Regierungsvertreter aus 90 Ländern teil. Das Ziel der Konferenz ist, rund ein Zehntel der Ozeane zu Schutzgebieten zu erklären, in denen die Fischerei und die Ölgewinnung verboten oder stark eingeschränkt sind. Neben der Schaffung neuer Schutzgebiete geht es unter anderem auch um die Finanzierung von weiteren Maßnahmen gegen Überfischung und Meeresverschmutzung. Großbritannien rief Schutzzonen um seine Überseegebiete Pitcairn-Inseln, St. Helena, und Ascension aus. Insgesamt handelt es sich um rund eine Million Quadratkilometer Meeresgebiete.

Hollywood-Star Leonardo DiCaprio wollte bei der Konferenz am Donnerstag die Website Global Fishing Watch vorstellen, mit der Internetnutzer künftig selbst in den Weltmeere Fischräubern auf die Spur kommen können. GlobalFishingWatch.org kombiniert Satellitentechnologie mit Radar auf Schiffen. Zu den Projektpartnern gehören der Internetriese Google, die Umweltschutzorganisation Oceana und SkyTruth, eine Nichtregierungsorganisation. DiCaprio steckte sechs Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) aus eigener Tasche in das 10,3 Millionen Dollar teure Projekt.