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Grüne fordern besseren Schutz von Kindern vor Giften, Lärm und Strahlung

Die Grünen fordern einen besseren Schutz für Kinder in Deutschland vor Gefahren durch Giftstoffe oder Lärm. „Beim Thema ökologische Kinderrechte besteht hierzulande Handlungsbedarf, aber die Bundesregierung sieht ihn nicht“, sagte die Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Grünen, Franziska Brantner.

Berlin (afp) > Die Grünen fordern einen besseren Schutz für Kinder in Deutschland vor Gefahren durch Giftstoffe oder Lärm. „Beim Thema ökologische Kinderrechte besteht hierzulande Handlungsbedarf, aber die Bundesregierung sieht ihn nicht“, sagte die Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Grünen, Franziska Brantner, der Nachrichtenagentur AFP. Beim Treffen des UN-Ausschusses für die Rechte der Kinder am Freitag in Genf dürfte es daher „peinlich werden“ für Deutschland.

„Immer mehr Kinder leiden unter Krankheiten, für die auch Gifte, Lärm und Strahlung verantwortlich sind“, sagte Brantner weiter. Bei den Vorschriften in Deutschland werde aber vielfach „die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern gar nicht berücksichtigt“.  Nach Angaben der Bundesregierung wird bei der Festlegung von Grenzwerten „in der Regel“ berücksichtigt, dass Kinder wegen ihres kleineren Körperbaus und besonderen Stoffwechsels höheren oder anderen Gefahren durch Schadstoffe in Luft und Wasser oder Lebensmitteln und Spielzeugen ausgesetzt sind. „So werden manche Werte aus Vorsorgegründen“ gegenüber denen für Erwachsene „durch einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor abgesenkt“, heißt es in einer Antwort des Umweltministeriums auf eine kleine Anfrage von Brantner und anderen Grünen-Abgeordneten. Brantner hält dies für nicht ausreichend. „Nur vereinzelt werden Grenzwerte aus Vorsorgegründen durch einen Schutzfaktor abgesenkt“, kritisierte sie. Viele dieser Regelungen entsprächen nicht der UN-Kinderrechtskonvention.

Problematisch findet Brantner beispielsweise auch, dass Proben zur Kontrolle von Abgasemissionen nach Angaben der Bundesregierung „im Allgemeinen“ in einer Höhe von 1,50 bis vier Meter über dem Boden genommen werden. Die Atemzone von Kindern liege aber niedriger. Die Bundesregierung wiederum verweist in ihrer Antwort auf die Anfrage zum einen auf „Praktikabilität“ bei der Anbringung der Messpunkte. Zum anderen hätten Studien ergeben, „dass es in einem gewissen Rahmen unerheblich ist, auf welcher Höhe gemessen wird“. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes überwacht die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention. Schwerpunkt der Tagung am Freitag sind die ökologischen Kinderrechte.