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Initiativen wollen zehntausende Flüchtlinge ausbilden und an Firmen vermitteln

Zehntausende Flüchtlinge ausbilden und an Unternehmen vermitteln – das haben sich die beiden Berliner Initiativen Kiron und Workeer vorgenommen. Bis Ende nächsten Jahres will die Internet-Plattform Workeer insgesamt 10.000 Jobs speziell für Flüchtlinge auf ihrem Portal anbieten, wie Gründer David Jacob am Donnerstag sagte. Die Online-Bildungsplattform Kiron plant in den kommenden vier Jahren insgesamt 50.000 Flüchtlingen weltweit ein Fernstudium zu ermöglichen, davon 25.000 in Deutschland. Die Abolventen sollen ebenfalls über Workeer vermittelt werden.

Berlin (afp) > Zehntausende Flüchtlinge ausbilden und an Unternehmen vermitteln – das haben sich die beiden Berliner Initiativen Kiron und Workeer vorgenommen. Bis Ende nächsten Jahres will die Internet-Plattform Workeer insgesamt 10.000 Jobs speziell für Flüchtlinge auf ihrem Portal anbieten, wie Gründer David Jacob am Donnerstag sagte. Die Online-Bildungsplattform Kiron plant in den kommenden vier Jahren insgesamt 50.000 Flüchtlingen weltweit ein Fernstudium zu ermöglichen, davon 25.000 in Deutschland. Die Abolventen sollen ebenfalls über Workeer vermittelt werden.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) unterstützt die Initiativen: „Mit der Kooperation von Kiron und Workeer wird beispielhaft umgesetzt, wie eine langfristige soziale und wirtschaftliche Integration von geflüchteten Menschen gelingen kann“, erklärte sie. Angesichts des Fachkräftemangels bedürfe es in Deutschland genau solcher Lösungen. Nahles hatte die Schirmherrschaft von Workeer im Juni übernommen. Ein Jahr zuvor hatten Jacob und weitere Studenten die Plattform im Rahmen ihrer Bachelorarbeit gegründet. Es handelt sich um die nach eigenen Angaben Jobseite in Deutschland, die auf Flüchtlinge spezialisiert ist. Betreut wird sie vor allem von Ehrenamtlichen.

Personelle Unterstützung bekommt Workeer von Kiron. Das Start-Up zählt laut Gründer Vincent Zimmermann mittlerweile weltweit rund 70 Festangestellte. 1800 Flüchtlinge studieren demnach in vier Programmen, zunächst zwei Jahre lang in Online-Kursen und danach vor Ort an einer von 22 Partneruniversitäten, etwa der RWTH Aachen. Laut Zimmermann haben bis jetzt rund 60 Absolventen zu arbeiten begonnen.

Auch das Jobportal Workeer konnte laut Gründer Jacob bereits einige Dutzend Flüchtlinge erfolgreich in Firmen unterbringen. Genauere Angaben seien nicht möglich, weil das Projekt als Plattform diene, der Kontakt zwischen Flüchtlingen und Arbeitgebern aber unabhängig davon via Mail und Telefon stattfinde. Um den Erfolg zu steigern, will Nahles Workeer bei Flüchtlingen, Unternehmen und den Jobvermittlern der Agentur für Arbeit bekannter machen. Derzeit sind auf dem Portal laut Jacob etwa 10.500 Flüchtlinge und 4500 Firmen registriert. Dabei handele es sich vor allem um kleine und mittelständische Unternehmen. Aktuell bieten sie etwa 2300 Ausbildungen, Praktika, Mini-Jobs und auch Festanstellungen an.