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Experten wollen Verbreitung von Plastikmüll mit 100.000 Miniflößen erforschen

Wissenschaftler der Oldenburger Universität wollen an der deutschen Nordseeküste knapp 100.000 hölzerne Miniflöße aussetzen, um die Verbreitung von Plastikmüll im Meer zu erforschen. Das großangelegte Forschungsprojekt sei auf mehrere Jahre angelegt, teilte die niedersächsische Einrichtung am Freitag mit. Die ersten der aus „naturbelassenem Fichtenholz“ gefertigten Plättchen würden am 11. Oktober in Wilhelmshaven ausgesetzt.

Oldenburg (afp) > Wissenschaftler der Oldenburger Universität wollen an der deutschen Nordseeküste knapp 100.000 hölzerne Miniflöße aussetzen, um die Verbreitung von Plastikmüll im Meer zu erforschen. Das großangelegte Forschungsprojekt sei auf mehrere Jahre angelegt, teilte die niedersächsische Einrichtung am Freitag mit. Die ersten der aus „naturbelassenem Fichtenholz“ gefertigten Plättchen würden am 11. Oktober in Wilhelmshaven ausgesetzt.

Bürger sollen die durchnummerierten und mit einer eingebrannten Erläuterung versehenen Schwimmkörper finden und deren Nummern samt Fundorten an die Forscher melden. „Wir haben die Drifter gewählt, weil sie genau wie eine Flaschenpost zur ältesten Technik der Meeresforschung gehören und die Menschen bis heute faszinieren“, erklärte Projektleiter Jörg-Olaf Wolff. Menschen sollten so außerdem neugierig auf Wissenschaft gemacht werden.

Bis Ende des Jahres will das Oldenburger Team aus Biologen, Umweltplanern, Geoökologen und Meeresphysikern 4800 der zehn mal zwölf Zentimeter großen, flachen Holzkörper an verschiedenen Orten an und in der Nordsee aussetzen. 2017 und 2018 sollen wiederholt zahlreiche weitere Drifter an insgesamt 14 Punkten an Küsten, Inseln und Flüssen folgen. Plastikmüll im Meer ist ein großes Umweltproblem. Experten schätzen nach Angaben der Oldenburger Universität, dass jährlich weltweit etwa 30 Millionen Tonnen in den Ozeanen landen. Das entspricht demnach rund einem Zehntel der jährlichen Weltplastikproduktion.

Das Oldenburger Großprojekt zielt auf die genauere Erforschung der Verbreitungswege von größerem Plastikmüll aus Küstengebieten, Häfen und Schifffahrtswegen – sogenanntem Makroplastik – in der Deutschen Bucht und im Wattenmeer. Dafür ermittelten die Forscher vorab 14 „Brennpunkte“ zum Aussetzen der Drifter, an denen sie vermehrtes Müllaufkommen vermuten. „Eines der Hauptziele ist es, Vermeidungsstrategien zu entwickeln, so dass langfristig weniger Plastikmüll im Meer landet“, erklärte die Universität. Bürger könnten die Drifter anonym melden, sich aber auch registrieren lassen und sich mit den Wissenschaftlern austauschen.

http://www.macroplastics.de/