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EU-Parlament fordert einheitliche Regeln für Materialien mit Lebensmittelkontakt

Für Verpackungen von Lebensmitteln, Kochutensilien oder auch Geschirr werden zahlreiche Materialien verwendet – und viele wurden bisher nie auf mögliche Giftstoffe geprüft. Wenn es nach dem Europaparlament geht, soll dies nun nachgeholt werden. In einer Entschließung forderte die Volksvertretung am Donnerstag die EU-Kommission auf, so genannte Lebensmittelkontaktmaterialien zu analysieren – also alle Dinge, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Straßburg (csr-news/afp) > Für Verpackungen von Lebensmitteln, Kochutensilien oder auch Geschirr werden zahlreiche Materialien verwendet – und viele wurden bisher nie auf mögliche Giftstoffe geprüft. Wenn es nach dem Europaparlament geht, soll dies nun nachgeholt werden. In einer Entschließung forderte die Volksvertretung am Donnerstag die EU-Kommission auf, so genannte Lebensmittelkontaktmaterialien zu analysieren – also alle Dinge, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Nach Angaben aus dem Parlament existieren Schätzungen zufolge bis zu 100.000 solcher Materialien, von denen die meisten nicht auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit hin untersucht wurden. Problematisch seien auch die vielen unterschiedlichen nationalen Vorschriften und Kontrollmethoden, stellte das Parlament fest. Nur für 4 der von der EU aufgeführten 17 Materialien wurden bestimmte Sicherheitsmaßnahmen auf der Ebene der EU erlassen, und zwar für Kunststoffe, Keramik, regenerierte Cellulose sowie „aktive und intelligente“ Materialien. Diese enthalten bestimmte Substanzen die freigesetzt werden, um etwa die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln zu verlängern.

Das Europaparlament fordert nun einheitliche Vorschriften auch für Papier und Karton, Beschichtungen, Druckfarben und Klebstoffe. Auch die Untersuchungsmethoden dieser Materialien sollen vereinheitlicht werden. „Das Fehlen gemeinsamer Vorschriften ist problematisch für Verbraucher, Unternehmen und für die Behörden. Es heißt, dass der Binnenmarkt in Wirklichkeit keiner ist: Einige Länder haben strenge Normen, andere nicht. Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass Stoffe, die in Verpackungen enthalten sind, die Gesundheit gefährden können. Deshalb sollte die EU die aktuelle Gesetzgebung überarbeiten. Lebensmittelsicherheit sollte überall in der EU das Gleiche bedeuten“, so die dänische Berichterstatterin Christel Schaldemose. Ihr Bericht wurde mit 559 Stimmen gegen 31 und bei 26 Enthaltungen angenommen.

Rückverfolgbarkeit von Materialien sicherstellen

Außerdem soll die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) eine stärkere Rolle bei der Risikobewertung der fraglichen Stoffe spielen. Sie soll auch untersuchen, wie verschiedene Chemikalien zusammenwirken. “Wir brauchen mehr Forschung über die Auswirkungen, wenn mehrere Chemikalien wie in einem Cocktail zusammengemixt werden”, betonte die SPD-Abgeordnete Susanne Melior. Auch die Rückverfolgbarkeit von Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, muss dem Europaparlament zufolge gesichert sein – selbst wenn es sich um Importe aus Drittstaaten handelt. Dazu sollen alle Unternehmen, die beispielsweise Verpackungen oder Kochutensilien herstellen oder importieren, von den nationalen Behörden registriert werden. Schließlich fordert das Europaparlament auch mehr Forschung über die Wirkung von Nanopartikeln – also winzige Teilchen, die unter anderem durch die Haut in den menschlichen Körper gelangen können. Sie werden derzeit oft in Verpackungen eingesetzt, weil sie zum Beispiel den UV-Schutz verbessern.

Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments (EPRS) sind einige in Lebensmittelkontaktmaterialien enthaltene Stoffe noch nicht bewertet worden, insbesondere im Hinblick auf Verunreinigungen im Fertigerzeugnis und/oder chemische Reaktionen damit. Mit der Entschließung fordert das Europaparlament die EU-Kommission auf, Vorschläge für eine bessere Bewertung und Kontrolle aller Lebensmittelkontaktmaterialien vorzulegen. Die Brüsseler Behörde ist aber nicht verpflichtet, dem nachzukommen.