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„Hoffnungshaus Leonberg“: Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen

Es ist ein integratives Wohnprojekt: Das gestern eröffnete „Hoffnungshaus Leonberg“ bietet Platz für Flüchtlinge und Einheimische. Mit dem Projekt will die Hoffnungsträger Stiftung Unternehmen und Einzelpersonen einen Weg für das gesellschaftliche Engagement weisen, so Stiftungsgründer Tobias Merckle. Leonbergs parteiloser Oberbürgermeister Bernhard Schuler sagte bei der Einweihung, es sei „immer gut, wenn man ein paar Bessermacher hat und nicht Besserwisser.“

Leonberg (csr-news) – Es ist ein integratives Wohnprojekt: Das gestern eröffnete „Hoffnungshaus Leonberg“ bietet Platz für Flüchtlinge und Einheimische. Mit dem Projekt will die Hoffnungsträger Stiftung Unternehmen und Einzelpersonen einen Weg für das gesellschaftliche Engagement weisen, so Stiftungsgründer Tobias Merckle. Leonbergs parteiloser Oberbürgermeister Bernhard Schuler sagte bei der Einweihung, es sei „immer gut, wenn man ein paar Bessermacher hat und nicht Besserwisser.“

Das Leonberger Hoffnungshaus bietet Platz für über 30 Personen in sechs Familien und zwei Wohngemeinschaften, die ihren Alltag miteinander teilen. Daneben beherbergt der Gebäudekomplex Schulungsräume und die Verwaltung der Hoffnungsträger Stiftung.

Zu den Bewohnern des Hauses zählt die junge Syrerin Alyaa Elkhudary. Die Germanistin besuchte bereits 2010 im Rahmen eines akademischen Austauschprogrammes Deutschland; im November 2015 floh sie aus Damaskus. „Ich möchte ein normales Leben leben. Dieses Projekt bringt diese Idee für mich“, sagte Elkhudary. Sie wolle ihr Leben mit Deutschen teilen. Derzeit engagiert sie sich als Übersetzerin und Deutschlehrerin für andere Flüchtlinge.

Alyaa Elkhudary

Alyaa Elkhudary

Unterstützung kommt auch von ortsansässigen Firmen: Das Leonberger Bauunternehmen Mörk etwa wirbt unter seinen Mitarbeitern für Flüchtlings-Patenschaften. Auch bei ihren zukünftigen Projekten will die Hoffnungsträger Stiftung Unternehmen für die Kooperation gewinnen. Nach der Aufnahme von fast 900.000 Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen im vergangenen Jahr stellt sich nun für viele Kommunen die Herausforderung einer Anschlussunterbringung. „Hoffnungshäuser“ bieten dazu eine Lösung nach einem eigenen baulichen Konzept, das kostengünstig und schnell umgesetzt werden kann. Solche integrativen Wohnangebote sollen in den kommenden Monaten in Esslingen, Bad Liebenzell, Schwäbisch Gmünd und Sinsheim entstehen – in die jeweiligen Nachbarschaften integriert und von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt.

„Wir sind noch lange nicht fertig“, sagte Stiftungs-Geschäftsführer Marcus Witzke. Deutschlandweit soll nach Stiftungsangaben ein Netzwerk von etwa 50 solcher Häuser entstehen. Witzke zu der Bedeutung dieser Häuser: „Neben der viel diskutierten Willkommenskultur braucht es eine Integrationsstruktur.“

Seit 2013 engagiert sich die Hoffnungsträger Stiftung für Menschen in Not, darunter neben Flüchtlingen auch für Gefangene und deren Kinder weltweit. Als Multiplikatorenstiftung will sie das Engagement von Unternehmen und Einzelpersonen einwerben und verstärken. Zur Motivation für das Leonberger Flüchtlingsprojekt sagte Tobias Merckle: „Durch die Bibel zieht sich von A bis Z durch, dass man Flüchtlinge herzlich willkommen heißen soll.“

Das Hoffnungsträger-Haus im Internet

Ttielbild: Bewohner des Leonberger Hoffnungshauses

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