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Film zur “Deepwater-Horizon”-Katastrophe macht BP-Chefetage “ein bisschen betrübt”

Die Verfilmung der “Deepwater-Horizon”-Katastrophe im Golf von Mexiko vor sechseinhalb Jahren stößt bei der Führungsetage des Ölkonzerns BP auf wenig Gegenliebe. Das Management habe sich den Streifen angesehen und sei “ein bisschen betrübt darüber”, sagte BP-Chef Bob Dudley am Dienstag auf einer Konferenz in Istanbul. Der Film sei parteiisch und zeichne ein Bild von “Helden und Bösewichten”, was nicht der Realität entspreche.

Istanbul (afp) > Die Verfilmung der “Deepwater-Horizon”-Katastrophe im Golf von Mexiko vor sechseinhalb Jahren stößt bei der Führungsetage des Ölkonzerns BP auf wenig Gegenliebe. Das Management habe sich den Streifen angesehen und sei “ein bisschen betrübt darüber”, sagte BP-Chef Bob Dudley am Dienstag auf einer Konferenz in Istanbul. Der Film sei parteiisch und zeichne ein Bild von “Helden und Bösewichten”, was nicht der Realität entspreche.

Die Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” des britischen Konzerns BP war am 20. April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben und hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis das Unternehmen das Leck schließen konnte; die Folgen für die Umwelt waren verheerend. Die Katastrophe kostete BP insgesamt 61,6 Milliarden Dollar (55,1 Milliarden Euro).

“Der Unfall hat das Unternehmen im Innersten erschüttert”, sagte Dudley in Istanbul. Seither werde daran gearbeitet, “Vertrauen zurückzugewinnen”. Dudley räumte ein, die Öl- und Gasbranche habe “seit Langem ein Vertrauensproblem” und in manchen Ländern auch “ein echtes Imageproblem”. Dennoch solle die Branche “stolz sein auf die Dienste, die wir für die Welt leisten”.

Der Film “Deepwater Horizon”, in dem unter anderem Mark Wahlberg und Kate Hudson mitspielen, war Ende September in den USA angelaufen. Im Mittelpunkt stehen zwei Arbeiter auf der Plattform, die versuchen, ihre Kollegen zu retten. Der Streifen soll im November auch in die deutschen Kinos kommen.