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Initiative Tierwohl wirbt um Fördermitglieder

Die umstrittene Initiative Tierwohl von Fleischindustrie, Einzelhändlern und Bauernverband nimmt jetzt auch Fördermitglieder auf. Mit der neu eingerichteten Fördermitgliedschaft werde „dem vielfach geäußerten Wunsch“ nachgekommen, „auch für bislang unbeteiligte Wirtschaftskreise eine Möglichkeit der Unterstützung zu schaffen“, erklärte am Dienstag der Geschäftsträger der Initiative, Alexander Hinrichs. Zugleich solle das Projekt so „auf eine noch breitere Basis“ gestellt werden.

Bonn (afp) > Die umstrittene Initiative Tierwohl von Fleischindustrie, Einzelhändlern und Bauernverband nimmt jetzt auch Fördermitglieder auf. Mit der neu eingerichteten Fördermitgliedschaft werde „dem vielfach geäußerten Wunsch“ nachgekommen, „auch für bislang unbeteiligte Wirtschaftskreise eine Möglichkeit der Unterstützung zu schaffen“, erklärte am Dienstag der Geschäftsträger der Initiative, Alexander Hinrichs. Zugleich solle das Projekt so „auf eine noch breitere Basis“ gestellt werden.

Als mögliche Fördermitglieder nannte die Initiative beispielhaft Futtermittelhersteller, Stallausstatter und fleischverarbeitende Unternehmen. Sie können demnach mit einer Zahlung ab 25.000 Euro im Jahr einsteigen. „Selbstverständlich sind die Förderer berechtigt, ihr Engagement in der Initiative Tierwohl öffentlich zu kommunizieren.“ Mit ihrer finanziellen Unterstützung könnten die Unternehmen „einen Beitrag zu einer tiergerechteren und nachhaltigeren Fleischerzeugung“ leisten, etwa zur Erprobung innovativer Maßnahmen in der Haltung oder zu Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis.

Die Initiative Tierwohl hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil der Tierschutzbund aus dem Beraterkreis des Projekts ausgestiegen war. Er fand die Anforderungen an die teilnehmenden Landwirte zu lasch. Kurze Zeit später forderte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ein Ende der Initiative. Diese sei ein „schlechter PR-Gag“ mit „vorwiegend kosmetischen Maßnahmen“, die die Lebensbedingungen für die Tiere nicht bedeutend verbesserten.

An der freiwilligen Initiative Tierwohl sind neben der Fleischindustrie die größten Einzelhändler und der Deutsche Bauernverband beteiligt. Die Händler haben sich verpflichtet, für jedes verkaufte Kilo Fleisch vier Cent in einen Fonds einzuzahlen. Mit dem Geld sollen Landwirte gefördert werden, die ihre Ställe umwelt- und tierfreundlicher ausbauen als gesetzlich vorgeschrieben. Teilnehmen können derzeit Geflügel- und Schweinehalter.

 

 

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