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Verbrauchern mehr Nachhaltigkeit bieten!

Bei fast jedem Produkt im Supermarkt hat der Kunde die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Anbieter, Geschmacksrichtungen oder Verpackungsgrößen. Sogenannte Vollsortimenter wie REWE und Edeka haben bis zu 30.000 verschiedene Artikel in ihren Regalen. Bei den Discountern reduziert sich die Auswahl auf 1.000 bis 1.500 Artikel. Dazwischen immer auch die Bio- oder FairTrade-Variante. Wie kann das Thema Nachhaltigkeit in diesem unüberschaubaren Ensemble positioniert werden? Der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften der Universität Witten/Herdecke will hierauf Antworten liefern.

Witten (csr-news) > Bei fast jedem Produkt im Supermarkt hat der Kunde die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Anbieter, Geschmacksrichtungen oder Verpackungsgrößen. Sogenannte Vollsortimenter wie REWE und Edeka haben bis zu 30.000 verschiedene Artikel in ihren Regalen. Bei den Discountern reduziert sich die Auswahl auf 1.000 bis 1.500 Artikel. Dazwischen immer auch die Bio- oder FairTrade-Variante. Wie kann das Thema Nachhaltigkeit in diesem unüberschaubaren Ensemble positioniert werden? Zwar zeigen die Verbraucher in Umfragen immer wieder eine generelle Bereitschaft, ökologisch und sozial verträgliche Produkte beim Einkauf zu bevorzugen. Die Bon-Analysen der Händler in Deutschland sprechen jedoch häufig noch eine andere Sprache. Hinzu kommen tausende konventionelle Produkte. Wie kann es hier gelingen, die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Hersteller dem Kunden nahe und somit in die Breite des Sortimentes mehr Nachhaltigkeit zu bringen?

 Gutes und glaubwürdiges Nachhaltigkeitsimage

Der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften der Universität Witten/Herdecke will hierauf Antworten liefern. Der Standard wurde 2013 gemeinsam mit dem TÜV Rheinland Cert sowie Handel- und Herstellerunternehmen aus verschiedensten Teilbranchen der Lebensmittelindustrie als händler- und herstellerübergreifender Standard entwickelt. Inzwischen nutzen Unternehmen wie Bahlsen, die Bitburger Braugruppe, Ritter Sport, Develey oder Söbbeke den Standard, um ihre bestehenden Managementsysteme in Richtung Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Ursprünglich wurde der Standard entwickelt, um die Beziehung zwischen Hersteller und Handel in den Bereichen der Nachhaltigkeit zu vereinfachen. Nun will man den Standard nutzen um Nachhaltigkeit auch den Verbrauchern näher zu bringen. Denn ob ein Produkt als nachhaltiger wahrgenommen wird, hängt in großem Maße davon ab, ob der Hersteller ein gutes und glaubwürdiges Nachhaltigkeitsimage hat.

Dabei geht man neue Wege in der Kundenansprache am Point-of-Sale. Nicht mehr Label, Broschüren oder Plakate sollen die Kunden überzeugen, sondern die Nachhaltigkeitsmanager der Hersteller selbst. Die haben sich teilweise bis zu einer Woche Zeit genommen, um in den Supermärkten die Fragen der Konsumenten direkt zu beantworten. Ein vermutlich für beide Seiten ungewöhnliches Vorgehen. Doch die bisherigen Tests, beispielsweise in einem Familia-Supermarkt in Oldenburg, verliefen erfolgsversprechend. Deshalb wird das Konzept in den nächsten Monaten in weiteren Märkten ausprobiert und um zusätzliche innovative Kommunikationskonzepte ergänzt. Begleitet werden die Maßnahmen von Forschern der Uni, um in den nächsten Jahren mit validen Ergebnissen den Standard entsprechend auszubauen.

Berücksichtigung branchenspezifischer Herausforderungen

Um die Wirksamkeit und Reichweite des ZNU-Standards Nachhaltiger Wirtschaften weiter zu erhöhen, wird das ZNU-Managementsystem in Zukunft zudem sowohl für alle Unternehmen der Wertschöpfungskette Food (z. B. Handel, Logistik, Verpackungshersteller, Landwirte), als auch für Unternehmen benachbarter Branchen (z. B. Kosmetik, Health-Care, Konsumgüter, Außer-Haus) anwendbar und zertifizierbar sein. Die Möglichkeit einer Verbundzertifizierung rundet das System ab und bietet so eine smarte Lösung auch für Unternehmen mit mehr als einem Standort. Erste Piloten für die oben genannten Bereiche laufen aktuell. Den branchenspezifischen Herausforderungen, wie etwa Kinderarbeit bei Schokolade oder Tierversuche bei Kosmetika, wird in der neuen Revisionsfassung durch entsprechende Leitfäden ebenso Rechnung getragen wie übergeordneten und globalen Anforderungen der Sustainable Development Goals (SDG) – den globalen Nachhaltigkeitszielen der UN.

znu

Aktuell sind alle Interessierten aufgerufen, sich aktiv am Stakeholder-Dialog zur neuen Revisionsfassung zu beteiligen. Dabei sollen vor allem die Stärken und Schwächen des Standards identifiziert werden um den Standard für weitere Branchen zu öffnen und zu internationalisieren. Ein erster Schritt in diese Richtung war es, die Website zweisprachig aufzusetzen. Noch bis zum 12. Dezember besteht die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Ergebnisse der Befragung und die wesentlichen Änderungs- bzw. Ergänzungsvorschläge werden auf der Zukunftskonferenz Food im kommenden März vorgestellt. Hier geht es zum Stakeholder-Dialog.

 

 

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