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Volkswagen stellt sich Experten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zur Seite

Der vom Abgasskandal gebeutelte Volkswagen-Konzern lässt sich ab sofort von namhaften Persönlichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit beraten. Der Nachhaltigkeitsbeirat sei am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen, teilte Volkswagen mit. Erste Themenschwerpunkte der Gruppe seien “die Herausforderungen der globalen CO2-Belastungen und die entsprechenden Regulierungen nach 2025” sowie “der Transformationsprozess des Unternehmens”.

Wolfsburg (csr-news/afp) > Der vom Abgasskandal gebeutelte Volkswagen-Konzern lässt sich ab sofort von namhaften Persönlichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit beraten. Der Nachhaltigkeitsbeirat sei am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen, teilte Volkswagen mit. Erste Themenschwerpunkte der Gruppe seien “die Herausforderungen der globalen CO2-Belastungen und die entsprechenden Regulierungen nach 2025” sowie “der Transformationsprozess des Unternehmens”.

Für das Gremium konnte Volkswagen insgesamt neun Mitglieder gewinnen, darunter den früheren Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, und den früheren belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme. Zu seinem Sprecher wählte der Beirat Georg Kell, den Gründungsdirektor des UN Global Compact. „Wir haben heute in der konstituierenden Sitzung bereits eine sehr offene und konstruktive Diskussion erlebt. Uns ist bewusst, dass der Volkswagen Konzern eine große Transformation vor sich hat und erste, wesentliche Schritte bereits eingeleitet hat. Wir, die Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirates, wurden eingeladen, mit auf diese Reise zu gehen und freuen uns sehr darauf, diese Reise mitzugestalten“, so Kell im Anschluss an die Sitzung.

Weitgehende Informations-, Konsultation- und Initiativrechte

Für die ersten beiden Jahre seiner Arbeit stellt Volkswagen dem Gremium den Angaben zufolge 20 Millionen Euro zu Verfügung, die in den Vorschlag und die Förderung “eigener Projekte” fließen sollen. Konzernchef Matthias Müller erklärte, dem Beirat würden “weitgehende Informations-, Konsultation- und Initiativrechte” zugestanden. Die Gruppe berate “den Vorstand in Fragen der Wirtschaftsethik und Integrität, aber auch bei den zentralen Zukunftsfragen der Automobilbranche”. Neben dem Vorstand soll sich auch der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen mit dem Gremium austauschen, ebenso wie Vertreter einzelner Konzernbereiche und Marken. Christine Hohmann-Dennhardt, Vorstand für Integrität und Recht des Volkswagen Konzerns: „Der Konzernvorstand begrüßt ausdrücklich den heute gestarteten, intensiven Dialog zwischen Unternehmen und den hochkarätigen Experten aus Forschung, Lehre, Wissenschaft und Politik. Ihre unabhängige Expertise und ihre Empfehlungen werden den Konzern bei seinen Bestrebungen unterstützen, die gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, die Integrität zu fördern, den Stakeholder-Dialog auszubauen und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens stetig voranzutreiben.”

Bei der Bewältigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte kann Volkswagen darauf hoffen, am heutigen Dienstag in den USA einen Riesenschritt voranzukommen. Es steht die richterliche Entscheidung über den Milliarden-Vergleich an, der zwischen dem Konzern und den Aufsichtsbehörden sowie Verbraucheranwälten ausgehandelt wurde. Der Richter in San Francisco hat bereits signalisiert, dass er die Vereinbarung voraussichtlich absegnet. Allerdings ist der juristische Ärger für Volkswagen in den USA dann noch lange nicht vorbei.

Die Mitglieder des Konzern Nachhaltigkeitsbeirats sind:

  • Prof. Dr. Ottmar Edenhofer – stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für  Klimafolgenforschung, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons  and Climate Change
  • Connie Hedegaard – ehemalige EU-Kommissarin für Klimaschutz
  • Prof. Dr. Gesche Joost – Professorin an der Universität der Künste in Berlin
  • Georg Kell – Gründungsdirektor UN Global Compact
  • Yves Leterme – ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der OECD und  ehemaliger Premierminister von Belgien
  • Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff – ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht
  • Margo T. Oge, ehemalige Direktorin Transportation Air Quality, US Environmental  Protection Agency (EPA)
  • Michael Sommer, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
  • Elhadj As Sy, Generalsekretär der Internationalen Rotkreuz-Rothalbmond- Föderation (IFRC)