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Klimaschutzranking – Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt eingeleitet

CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig die Gewinne im selben Umfang steigern. Dies gelingt immer mehr Unternehmen, wenn sie sich für eine intelligente Klimaschutzstrategie entscheiden. Ein Ergebnis aus dem diesjährigen Climate Change Report 2016 der globalen Umweltdatenplattform CDP. Dafür wurden die Emissions- und Umweltdaten von 1.089 Unternehmen analysiert. Zusammen sind sie für 12 Prozent der gesamten globalen Treibhausgase verantwortlich. Doch längst nicht alle Unternehmen haben sich auf die Herausforderungen durch den Klimawandel eingestellt und riskieren, den Anschluss zu verlieren.

Berlin (csr-news) > CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig die Gewinne im selben Umfang steigern. Dies gelingt immer mehr Unternehmen, wenn sie sich für eine intelligente Klimaschutzstrategie entscheiden. Ein Ergebnis aus dem diesjährigen Climate Change Report 2016 der globalen Umweltdatenplattform CDP. Dafür wurden die Emissions- und Umweltdaten von 1.089 Unternehmen analysiert. Zusammen sind sie für 12 Prozent der gesamten globalen Treibhausgase verantwortlich. Doch längst nicht alle Unternehmen haben sich auf die Herausforderungen durch den Klimawandel eingestellt und riskieren, den Anschluss zu verlieren.

Bei der Erreichung der globalen Klimaziele spielen Unternehmen eine Schlüsselrolle. So konnten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im vergangenen Jahr 9 Millionen Tonnen CO2-eq einsparen. Die Daten von 155 Unternehmen aus der DACH Region wurden für die lokale Edition der CDP Analysen berücksichtigt. 68 Prozent dieser Unternehmen haben sich mindestens ein Ziel gesetzt haben, um ihre Treibhausgasemissionen zu verringern. Damit liegen sie deutlich unter dem europäischen und auch dem globalen Durchschnitt. Oft fehlt den Zielen eine langfristige Perspektive. Nur 12 Prozent der Unternehmen aus der DACH Region haben Ziele bis 2030 oder darüber hinaus festgelegt. Auch in diesem Punkt liegt der europäische und globale Durchschnitt höher. Erst zwei Unternehmen haben ihre Klimaziele am aktuellen Stand der Klimawissenschaft ausgerichtet, immerhin 45 Prozent der Unternehmen wollen dies in den kommenden zwei Jahren nachholen. Positiv merkten die Analysten des CDP an, dass fast die Hälfte der befragten Unternehmen (46%) finanzielle und andere Anreize für Mitarbeiter und Manager im Kerngeschäft und nicht nur in den Nachhaltigkeitsabteilungen setzt.

Erst ein Viertel des Weges geschafft

Neben dem CDP DACH-Bericht wurde auch die erste Ausgabe von CDP’s Global Climate Tracking Series veröffentlicht.  Der globale Bericht „Out of the starting blocks: Tracking progress on corporate climate action“ wurde in Zusammenarbeit mit We Mean Business produziert und präsentiert Kohlenstoffemissionen und Umwelt-Daten von 1.089 Unternehmen, die CDP auf Wunsch von 827 institutionellen Investoren mit Vermögenswerten von 100 Billionen US-Dollar dargelegt wurden. Die ausgewählten Unternehmen zählen zu den weltweit wichtigsten in Bezug auf Börsenwert und Umweltauswirkungen. Zusammen sind sie für 12 Prozent der gesamten globalen Treibhausgase verantwortlich. Nach dem Inkrafttreten des Pariser Klimaschutzabkommens, das den Wechsel zu einer CO2-armen Wirtschaft verbindlich festgelegt hat, wird CDP das Handeln dieser 1.089 Unternehmen bezüglich der neuen globalen Klimaziele in jährlichen Berichten verfolgen

Der diesjährige globale Bericht legt den Grundstein dafür. Er zeigt, dass eine klimafreundliche Transformation hohe Gewinne bringen kann. Über einen fünfjährigen Zeitraum haben 62 Unternehmen ihre Emissionen um 10 Prozent oder mehr reduziert, während sie ihre Erträge im gleichen Ausmaß steigern konnten. Insgesamt stieg der Umsatz innerhalb dieser Gruppe um 29 Prozent und die Emissionen sanken um 26 Prozent.  Der Rest der Unternehmen verzeichnete eine Gewinnsenkung und eine Emissionssteigerung von jeweils 6 Prozent.

Um die kritische 2˚C Schwelle nicht zu überschreiten, müssen Unternehmen ihre Emissionen verringern.  Wenn sie ihre aktuell gesetzten Ziele erreichen, haben die 1.089 Unternehmen aus CDP’s Global Climate Tracking Series erst ein Viertel des Weges geschafft.

Diese Gruppe beinhaltet:

  • Daimler: Der deutsche Automobilhersteller verringerte die durchschnittlichen Flottenemissionen um 5% im Vergleich zum Vorjahr und spart damit 2.2 Millionen Tonnen CO2-eq pro Jahr während der Nutzungsphase seiner Fahrzeuge.
  • Givaudan: Der Schweizer Hersteller von Aromen und Duftstoffen hat seinen Betrieb auf Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen umgestellt, was zu einem großen Teil zu der über zehnprozentigen Verringerung von Emissionen allein im letzten Jahr beitrug.
  • SCA: Der schwedische Verbrauchsgüter- und Papierhersteller reduzierte seine Emissionen um 32%, während er gleichzeitig seinen Umsatz um 19% erhöhte. So erreichte er eine 42-prozentige Verringerung der Emissionsintensität. Die Firma senkte dank eines neuen mit Biokraftstoff betriebenen Brennofens in einer ihrer Fabriken jährliche Kosten um 5 Millionen Euro.
  • Sodexo: Das französische Unternehmen hat eine Reihe von Diensten entwickelt, um seinen Kunden dabei zu helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Diese Dienste machen mittlerweile 30% von Sodexos Geschäftstätigkeit aus.

Paul Simpson, CEO von CDP, erklärt: “Unser diesjähriger globale Bericht nutzt Daten zu den Klimaschutzaktivitäten von Unternehmen vor Beschluss des Pariser Klimaabkommens. Zwar sind viele schon auf dem richtigen Weg, aber es gilt noch große Lücken zu schließen. Hunderte Firmen teilten CDP mit, dass sie wesentliche Veränderungen für ihre Geschäfte erwarten, die aus dem Pariser Abkommen resultieren. Deshalb rechnen wir in den kommenden Jahren mit einer Verschiebung zu längerfristigen und auf aktueller Forschung basierenden Zielen.”

Wenig Transparenz im Finanzsektor

So zeigt sich bereits ein wachsender Weitblick der Unternehmen, die immer mehr über ihre indirekten Emissionen wissen – 30 Prozent können hier das geforderte Reporting vorlegen. Gleichzeitig bleibt die schlechte Datenlage bei 70 Prozent der Unternehmen besorgniserregend, da in vielen Branchen diese Emissionen aus Vorprodukten, der Produktnutzung und anderen Aspekten das Vielfache der direkten Emissionen betragen. Denn eine Tonne Kohlendioxid emittiert in China schädigt das Klima genauso wie eine Tonne aus Deutschland. Dramatisch ist die Transparenzlage im Finanzsektor. Nur eines – Raiffeisen Bank International – von 29 berichtenden Unternehmen (59 angefragte) hat Zahlen zum CO2-Fußabdruck aus Investments berichtet.

Mit dem Bericht veröffentlichte CDP auch das diesjährige Klimaranking. Darin sind u.a. die Firmen gelistet, die im Berichtsjahr 2015 die Spitzennote A erhielten und mit ihren Strategien und Maßnahmen vorbildlich halfen, den Klimawandel abzuschwächen. Einer unabhängigen Untersuchung anhand CDPs Bewertungsverfahren folgend, ist die globale Liste aus 193 Unternehmen zusammengesetzt, davon 54 kontinentaleuropäische. Dazu gehören BMW, Daimler, Deutsche Telekom, Nestlé, Novartis, Symrise und VERBUND. Die CDP Climate Scores werden auf einer Skala von A bis F vergeben (A, A-, B, B-, C, C-, D, D-, F).

Die besten deutschen, schweizer und österreichischen Unternehmen im Klimaranking  
(„CDP Climate A List“)

klimaranking2016

Quelle: CDP

Wichtige Unternehmen verweigern Daten

Beachtenswert ist, dass einige der Unternehmen mit dem größten globalen Marktwert in der Analyse fehlen. Sie verweigerten CDP die Offenlegung ihrer Daten. CDP wird deshalb für eine Gruppe von über 700 Unternehmen überprüfen, ob diese in Zukunft an dem globalen Prozess teilnehmen werden und so Investoren helfen, verdeckte Risiken besser einschätzen zu können. Die drei größten börsennotierten Unternehmen, die dieses Jahr CDPs Anfrage ablehnten, sind Berkshire Hathaway, Facebook und Amazon. In der DACH Region hielten Munich Re und Swatch ihre Daten zurück, obwohl sie über mehrere Jahre deswegen von CDP angefragt worden waren. Die Financial Stability Board’s Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) wird in den kommenden Monaten ihre Empfehlungen für dieses Jahr veröffentlichen. Es ist zu erwarten, dass dadurch der Druck auf Unternehmen weiterhin wächst, ihre Daten und Strategien zum Klimaschutz offenzulegen. „Investoren achten darauf, Risiken zu reduzieren, indem sie ihre Investments auf eine weniger CO2-intensive Infrastruktur verlagern“, sagt Simpson. „Klimafreundliches Handeln steht deshalb immer deutlicher im Blickpunkt. Es ist noch alles offen im Rennen um die Chancen, die dieser Wandel bietet.”