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Studie: USA verfehlen Klimaziele schon ohne möglichen Trump-Rückschlag

Die USA werden ihre selbstgesteckten Klimaziele verfehlen, selbst wenn der neu gewählte Präsident Donald Trump die umweltpolitischen Anstrengungen gegenüber dem scheidenden Präsidenten Barack Obama nicht zurückdreht. Das ergibt sich aus einer Studie, die am Donnerstag anlässlich der UN-Klimakonferenz in Marrakesch veröffentlicht wurde.

Marrakech (afp) > Die USA werden ihre selbstgesteckten Klimaziele verfehlen, selbst wenn der neu gewählte Präsident Donald Trump die umweltpolitischen Anstrengungen gegenüber dem scheidenden Präsidenten Barack Obama nicht zurückdreht. Das ergibt sich aus einer Studie, die am Donnerstag anlässlich der UN-Klimakonferenz in Marrakesch veröffentlicht wurde.

Wenn keine zusätzlichen politischen Maßnahmen beschlossen würden, werde das Niveau der umweltschädlichen Emissionen in den USA bis 2030 auf dem heutigen Niveau stagnieren, sagte der Mitbegründer des Kölner NewClimate Instituts, Niklas Höhne. Mit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens von 2015 hatten sich die USA verpflichtet, die Emissionen gegenüber der Vergleichsmarke von 2005 um 26 bis 28 Prozent zu verringern. Trump beschrieb den Klimawandel im Wahlkampf als „Falschdarstellung“ der chinesischen Regierung. Er kündigte mehrfach an, das Pariser Abkommen neu verhandeln oder nicht erfüllen zu wollen.

Die in Marrakesch veröffentlichte Studie führt zu dem Schluss, dass die weltweiten Temperaturen ohne neue Maßnahmen gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 3,6 Grad steigen werden. Wenn alle Staaten ihre bereits eingegangenen Verpflichtungen einhalten, reduziert sich der Vergleichswert auf 2,8 Grad. Die international angestrebte Marke liegt bei höchstens 2,0 Grad. „Ermutigende“ Entwicklungen stellten die Autoren der Studie in China und in Indien fest, die verstärkt auf erneuerbare Energien setzen und sich von der Kohleindustrie verabschieden.