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Immobilienwirtschaft legt Mitarbeit im Bündnis für bezahlbares Wohnen auf Eis

Aus Verärgerung über den Klimaschutzplan 2050 hat die Immobilienwirtschaft ihre Zusammenarbeit mit der Bundesregierung im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen auf Eis gelegt. Angesichts der “Mehrbelastung für den Gebäudesektor” zum Erreichen der Klimaziele gebe es “vorerst keine Grundlage mehr für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit”, teilten mehrere Verbände am Mittwoch in Berlin mit. Das Bundesbauministerium verteidigte die ausgegebenen Ziele als “anspruchsvoll, aber machbar” und sah in ihnen keine Verschärfung zu bisherigen Plänen.

Berlin (afp) > Aus Verärgerung über den Klimaschutzplan 2050 hat die Immobilienwirtschaft ihre Zusammenarbeit mit der Bundesregierung im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen auf Eis gelegt. Angesichts der “Mehrbelastung für den Gebäudesektor” zum Erreichen der Klimaziele gebe es “vorerst keine Grundlage mehr für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit”, teilten mehrere Verbände am Mittwoch in Berlin mit. Das Bundesbauministerium verteidigte die ausgegebenen Ziele als “anspruchsvoll, aber machbar” und sah in ihnen keine Verschärfung zu bisherigen Plänen.

Die Verbände der Wohnungswirtschaft kritisierten eine Verschärfung der Einsparziele im Gebäudesektor um acht Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid bis zum Jahr 2030. Diese “Mehrbelastung” für die Branche sei von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) kurzfristig veranlasst worden. Bis Ende Januar solle nun mit den zuständigen Fachministerien geklärt werden, inwieweit bei den Klimaschutzzielen noch ein “gemeinsamer Weg” gefunden werden könne. Bis dahin werde die Mitarbeit der Verbände der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) und des Eigentümerverbands Haus & Grund im Bündnis stillgelegt. Der BID gehören unter anderem der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen an.

Das Bundesbauministerium erklärte, der Gebäudesektor dürfe laut Klimaschutzplan im Jahr 2030 insgesamt 70 bis 72 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen. Diese Zielvorgabe sei “konsistent” mit einer 2015 von der Regierung beschlossenen Energieeffizienzstrategie. Diese sei damals von der Gebäudewirtschaft “nicht annähernd mit vergleichbarer Kritik” bedacht worden. Zugleich verteidigte das Ministerium die angepeilte Senkung des Treibhausgasausstoßes, um bis 2050 einen “nahezu klimaneutralen Gebäudebestand” zu erreichen. Der Wert von 72 Millionen Tonnen CO2 könne bei vollständiger Umsetzung aller vorgesehenen Maßnahmen auch erreicht werden. Vor der Branche liege ein “anspruchsvoller Weg hin zur Treibhausgasneutralität”, erklärte das Ministerium. “Wir werden sie auf diesem Weg nicht alleine lassen.”

Auch Hendricks selbst erklärte, sie wolle mit der Wohnungswirtschaft “weiter im Gespräch bleiben”. Sie hatte das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen im Sommer 2014 ins Leben gerufen, unter anderem um Maßnahmen gegen hohe Mieten zu erarbeiten. Mit dabei sind neben dem Deutschen Mieterbund, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes beispielsweise auch der Baustoff-Verband – und bisher auch die Immobilienwirtschaft.