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Jeder dritte Deutsche hält Wirtschaftsbosse für korrupt

Firmenbosse haben bei den Deutschen einen schweren Stand: Jeder dritte Teilnehmer einer Umfrage von Transparency International ist der Ansicht, dass alle oder die meisten Führungskräfte in der Wirtschaft in Korruption verstrickt sind, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Weitere 43 Prozent äußerten die Auffassung, dass “einige” Wirtschsaftsbosse korrupt seien. Lediglich acht Prozent meinten, dass dieser Vorwurf auf keine Führungskraft in der Wirtschaft zutreffe.

Berlin (afp) > Firmenbosse haben bei den Deutschen einen schweren Stand: Jeder dritte Teilnehmer einer Umfrage von Transparency International ist der Ansicht, dass alle oder die meisten Führungskräfte in der Wirtschaft in Korruption verstrickt sind, wie die Organisation am Mittwoch mitteilte. Weitere 43 Prozent äußerten die Auffassung, dass “einige” Wirtschsaftsbosse korrupt seien. Lediglich acht Prozent meinten, dass dieser Vorwurf auf keine Führungskraft in der Wirtschaft zutreffe.

Das Image der Manager ist damit deutlich schlechter als das von Politikern oder der Polizei. So schätzten von den 1500 Befragten lediglich sechs Prozent alle oder die meisten Parlamentsmitglieder als korrupt ein. Sieben Prozent sagten dies über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Mitarbeiter des Kanzleramts. Bei der Polizei hielten vier Prozent alle oder die meisten Bediensteten für korrupt. “Das Ideal des ehrbaren Kaufmanns scheint für viele aus der Zeit gefallen”, erklärte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller. In Unternehmen versagten selbst die besten Vorkehrungen gegen Korruption, “wenn Integrität nicht von der Unternehmensleitung vorgelebt wird”.

Die Umfrageergebnisse sind Teil des Globalen Korruptionsbarometers 2016, für das Transparency International in 42 Ländern in Europa und Zentralasien fast 60.000 Menschen befragen ließ. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland dabei am besten ab – vor Schweden und der Schweiz. Korruption oder Bestechung nannten nur zwei Prozent der Deutschen als eines der drei wichtigsten Probleme, denen sich ihr Land gegenübersehe. In der früheren Sowjetrepublik Moldau waren es mit 67 Prozent die meisten, gefolgt von Spanien mit 66 Prozent. In Russland sah mehr als jeder dritte Befragte Korruption oder Bestechung als eines der Hauptprobleme für das Land.

In der Gesamtauswertung wurde neben dieser Frage noch berücksichtigt, wie die Bürger die Bemühungen der Politik gegen Korruption wahrnehmen und ob sie Politiker als korrupt betrachten. Auch wurde bewertet, ob Befragte schon einmal Bestechungsgeld gezahlt haben und ob es ihrer Meinung nach als “sozial akzeptiert” gilt, Korruption zu melden. Während auch hier Deutschland, Schweden und die Schweiz am besten abschneiden, sind die Schlusslichter – auf Grundlage der Einschätzung der eigenen Bürger – Russland, Serbien und die Ukraine. Russland war erst am Dienstag von einer Korruptionsaffäre um Ex-Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew erschüttert. Er soll im Zusammenhang mit einem Geschäft in der Ölbranche Schmiergeld angenommen haben. Uljukajew wurde daraufhin festgenommen, abgesetzt und unter Hausarrest gestellt.

Ausführlicher Bericht von Transparency International