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Chemische Industrie – Indikatoren-Set für eine nachhaltige Entwicklung

40 Indikatoren hat die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ erarbeitet, um zukünftig den Fortschritt nachhaltiger Entwicklung in der Branche messbar zu machen. Die Indikatoren erfassen wirtschaftliche, ökologische und soziale Kriterien. Transparenz schaffen, ist das Ziel der Brancheninitiative, die gemeinsam vom Wirtschaftsverband VCI, der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC getragen wird.

Frankfurt (csr-news) > 40 Indikatoren hat die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ erarbeitet, um zukünftig den Fortschritt nachhaltiger Entwicklung in der Branche messbar zu machen. Die Indikatoren erfassen wirtschaftliche, ökologische und soziale Kriterien. Transparenz schaffen, ist das Ziel der Brancheninitiative, die gemeinsam vom Wirtschaftsverband VCI, der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC getragen wird.

Wichtig sei es, so der Anspruch der Initiative Chemie³, ein Verständnis zu entwickeln, dass Nachhaltigkeit aus mehreren Dimensionen besteht. Das Handeln der Branche soll nicht nur anhand der Umweltkriterien bewertet werden. Vielmehr soll deutlich werden, ob das Handeln der Branche zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, guten Arbeitsbedingungen und positiven Beiträgen für die Gesellschaft führt. Mit den nun entwickelten 40 Indikatoren sieht man diesen Anspruch als erfüllt an. „Es ist unser Anliegen, Transparenz bei den Fortschritten unserer Branche auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung herzustellen“, so VCI-Präsident Kurt Bock bei der Vorstellung der Indikatoren. „Wir erfüllen damit einen Anspruch an uns selbst und auch eine berechtigte Forderung, die Stakeholder an Chemie³ stellen. Gleichzeitig wollen wir die 40 Indikatoren auch als Treiber nutzen. Sie werden zeigen, wo die Branche bereits gut ist und wo sie besser werden kann.“ Die Spannweite der Indikatoren reicht von der Wettbewerbsfähigkeit der Chemie auf den globalen Märkten über den Ausstoß von Treibhausgasen bis hin zur Übernahmequote von Ausgebildeten.

17 Indikatoren betonen die soziale Dimension

Allein 17 Indikatoren bilden den sozialen Fortschritt ab. Im Selbstverständnis der Branchenvertreter ein klares Anzeichen dafür, dass die Chemische Industrie in diesem Bereich eine Pionierrolle einnimmt. “Mit den 17 Indikatoren betonen wir die soziale Dimension in der Nachhaltigkeitsdebatte“, so Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE. „Wir wissen, dass man ökonomischen, sozialen und ökologischen Fortschritt nicht gegeneinander, sondern nur zusammen erreichen kann.“ Wesentliche Voraussetzung dafür seien Tarifverträge und Mitbestimmung. Vassiliadis: „Dass sich Wirtschaft, Arbeitgeber und Gewerkschaft in dieser Eindeutigkeit bekennen, ist ein wichtiges Signal über unsere Branche hinaus.“

Mit dem Start von Chemie³ im Mai 2013 haben sich VCI, IG BCE und BAVC gemeinsam das Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit als Leitbild in der deutschen Chemiebranche zu verankern und ihre Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung auszubauen. Für den stellvertretenden Vorsitzende des BAVC, Kai Beckmann, wird am Beispiel der aktuellen Rentendebatte deutlich, dass Nachhaltigkeit alles andere als abstrakt ist. Derzeit arbeitet die Bundesregierung daran, die Betriebsrenten als zweite Säule der Altersvorsorge zu stärken. Beckmann: „In der chemischen Industrie gibt es dazu seit 1998 einen eigenen Tarifvertrag. Unser Indikator zur tariflichen Altersversorgung zeigt, dass aktuell bereits über 80 Prozent der Chemie-Beschäftigten tariflich fürs Alter vorsorgen. In der Gesamtwirtschaft liegt der Vergleichswert bei lediglich 60 Prozent. Wir sind gut, aber wir wollen noch besser werden. Unsere neuen Indikatoren werden zeigen, ob das gelingt.“

Kurzübersicht der Indikatoren

Dimensionen übergreifende Indikatoren (5)

  • Unternehmen mit definierten Nachhaltigkeitszielen
  • Unternehmen mit Compliance-Prozessen
  • Unternehmen mit Nachhaltigkeits-Kriterien bei der Lieferantenauswahl
  • Unternehmen mit öffentlicher Nachhaltigkeits-Kommunikation
  • Unternehmen mit regelmäßigem Stakeholder-Austausch zu Nachhaltigkeits-Themen

Indikatoren für soziale Nachhaltigkeit (17)

  • Unternehmen mit Orientierung an/Bekenntnis zu UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte oder einem vergleichbaren Regelwerk
  • Sozialpartnerschaftliche Kooperation
  • Durchschnittseinkommen je Beschäftigten
  • Tarifbindung – Unternehmen
  • Tarifbindung – Beschäftigte
  • Unternehmen mit Betriebsrat
  • Beschäftigte, die von einem Betriebsrat vertreten werden
  • Beschäftigte mit tariflicher/betrieblicher Altersversorgung
  • Unternehmen mit Vereinbarungen zu alters- und alternsgerechtem Arbeiten
  • Unternehmen mit Angebot für Gesundheitsvorsorge/-beratung
  • Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen
  • Angebotene Ausbildungsplätze
  • Übernahmequote
  • Plätze für ausbildungsvorbereitende Maßnahmen
  • Investitionen in Fort- und Weiterbildung
  • Unternehmen mit Weiterbildungsangebot
  • Aktivitäten zur Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit

Indikatoren für ökonomische Nachhaltigkeit (8)

  • Bruttowertschöpfung
  • Anteil an der Bruttowertschöpfung der deutschen Industrie
  • Investitionen
  • Weltmarktanteil
  • Außenhandelsbilanz
  • Ausgaben für Forschung und Entwicklung
  • Neu angemeldete Patente
  • Beschäftigte in Forschung und Entwicklung

Indikatoren für ökologische Nachhaltigkeit (8)

  • Unternehmen mit Nachhaltigkeits-Kriterien in Innovations- und Entwicklungsprozessen
  • Unternehmen mit Managementsystemen zur Aktualisierung oder Qualitätssicherung ihrer REACH-Dossiers
  • Veröffentlichte „GPS-Safety-Summaries“
  • Absolute Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2)
  • Treibhausgasemissionen pro Produkteinheit
  • Unternehmen, die Scope 3-Treibhausgasemissionen erfassen
  • Unternehmen mit Effizienzzielen für Rohstoffeinsatz bzw. Abfallmengen
  • Spezifischer Rohstoffeinsatz bezogen auf den Produktionsindex

Indikatoren für die Mobilisierungskraft von Chemie3 (2)

  • Unternehmen, die Chemie3 kennen
  • Nutzung der Unterstützungsangebote von Chemie3