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Barbie und Ken machen auf Arbeitsbedingungen in Spielzeugfabriken aufmerksam

Mit Models, die wie Barbie und Ken in übergroßen Verpackungen posieren, will die Schweizer Nichtregierungsorganisation Solidar Suisse auf schlechte Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken aufmerksam machen. Die Organisation ließ am Mittwoch in Lausanne ein Model als Ken auftreten, nachdem vor einigen Tagen in einer Fußgängerzone in Zürich bereits eine „lebensechte“ Barbie zu sehen war. Ziel der Kampagne und einer entsprechenden Petition ist es, dass Spielzeughersteller wie der US-Konzern Mattel, die Arbeitsbedingungen in China zu verbessern.

Lausanne (csr-news) > Mit Models, die wie Barbie und Ken in übergroßen Verpackungen posieren, will die Schweizer Nichtregierungsorganisation Solidar Suisse auf schlechte Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken aufmerksam machen. Die Organisation ließ am Mittwoch in Lausanne ein Model als Ken auftreten, nachdem vor einigen Tagen in einer Fußgängerzone in Zürich bereits eine „lebensechte“ Barbie zu sehen war. Ziel der Kampagne und einer entsprechenden Petition ist es, dass Spielzeughersteller wie der US-Konzern Mattel, die Arbeitsbedingungen in China zu verbessern.

In der Petition mahnt Solidar Suisse „Spielzeug ohne Ausbeutung“ an. Mit der 80-Stunden-Woche in chinesischen Fabriken müsse Schluss sein. Zudem müssten die Arbeiter dort einen Lohn bekommen, „der zum Leben reicht“. Hintergrund ist ein gemeinsam mit China Labor Watch erstellter Bericht über die Arbeitsbedingungen in chinesischen Spielzeugfabriken. Für die Spielwaren würden chinesische Arbeiter bis zu elf Stunden täglich am Fließband stehen und das sieben Tage die Woche. Und trotz Überstunden würde der Lohn nur knapp zum Überleben reichen, heißt es in dem Bericht. Auch die Gesundheit sei gefährdet: „Die Arbeiter hantieren oft mit dem giftigen, hochgradig krebserregenden Lösungsmittel Benzol, dass in Farben, Klebstoffen und Putzmitteln steckt“, kritisiert Simone Wasmann, Kampagnen-Verantwortliche bei Solidar Suisse.

Die internationalen Spielwarenkonzerne reagieren nur auf öffentlichen Druck

Vor allem die großen Spielwarenkonzerne wie Mattel machen die Aktivisten für zu niedrige Löhne und Produktionsstress durch kurzfristige Aufträge verantwortlich. „Seit Mitte der 90er Jahre sind die krassen Missstände in der Spielwarenindustrie bekannt“, so Simone Wasmann. „Die Erfahrung zeigt: Die internationalen Spielwarenkonzerne reagieren nur auf öffentlichen Druck.“ Der Organisation zufolge würde eine Verdopplung der Gehälter in China ein in Europa verkauftes Spielzeug im Wert von 30 Euro lediglich um zwei Cents verteuern. Mit der Petition «Fair Toys» fordert Solidar Suisse deshalb Mattel auf, Verantwortung für die gesamte Lieferkette zu übernehmen und faire Arbeitsbedingungen zu garantieren. Der Konzern stünde dabei stellvertretend für die ganze Spielwarenindustrie, die in China produziert.

Solidar Suisse richtet den Appell zudem an die Vertriebskette, insbesondere an große Online-Shops wie Amazon und Galaxus. „Zusammen mit China Labor Watch fordern wir einen Lohn, der zur Existenzsicherung reicht, unabhängige Kontrollen in den Fabriken und Beschwerdemöglichkeiten für die Arbeitnehmenden“, so Wasmann. „Es ist Zeit, dass alle, die am Spielzeuggeschäft mitverdienen, Verantwortung übernehmen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ein Ende setzen.“

Die Forderung trifft auf breite Unterstützung der Bevölkerung. Rund 3.000 Menschen hätten die Petition bisher unterzeichnet. Sie soll am 15. Dezember am Europa-Sitz von Mattel in Amsterdam übergeben werden.