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EU-Kommission startet Europäisches Sozialkorps

Jugendliche in der Europäischen Union können sich ab sofort im Europäischen Solidaritätskorps engagieren. „Damit investieren wir in die Jugend Europas“, sagte EU-Kommissarin Marianne Thyssen, für den Bereich Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständig, am Mittwoch in Brüssel bei der Vorstellung des Programms. Es soll jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren ermöglichen, Erfahrungen und Kompetenzen bei sozialen Projekten zu sammeln.

Brüssel (afp) > Jugendliche in der Europäischen Union können sich ab sofort im Europäischen Solidaritätskorps engagieren. „Damit investieren wir in die Jugend Europas“, sagte EU-Kommissarin Marianne Thyssen, für den Bereich Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständig, am Mittwoch in Brüssel bei der Vorstellung des Programms. Es soll jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren ermöglichen, Erfahrungen und Kompetenzen bei sozialen Projekten zu sammeln.

„Das Europäische Solidaritätskorps eröffnet Chancen für junge Menschen, die sich in die Gesellschaft einbringen und Solidarität zeigen wollen“, erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Solidarität ist, was die EU wirklich ausmacht“, ergänzte der für humanitäre Hilfe und Krisenschutz zuständige Kommissar Christos Stylianides. Interessierte ab 17 bis 30 Jahren können sich ab sofort unter www.europa.eu/solidarity-corps für das Programm einschreiben. Die ersten Stellen sollen bereits im Frühjahr vergeben und im Juni 2017 angetreten werden können. Teilnehmer müssen aus einem EU-Land, Norwegen oder Island stammen und bei Antritt der Stelle mindestens 18 Jahre alt sein. Darüber hinaus müssen sie sich den Grundsätzen des Solidaritätskorps verpflichten, die auf den Grundwerten der EU basieren: darunter die Achtung der Menschenwürde, Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit.

Die Arbeit im Europäischen Solidaritätskorps kann eine freiwillige Tätigkeit sein oder aber eine Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstelle umfassen. Die Aktivitäten reichen von Bildung über Gesundheitswesen bis hin zur Unterstützung und Integration von Migranten. Mitglieder des Korps werden an entsprechende nationale Stellen, nichtstaatliche Organisationen oder auch Privatunternehmen vermittelt. Finanziell unterstützt werden die Jugendlichen dabei für zwei bis zwölf Monate: Bei freiwilligen Aktivitäten sollen nach Angaben der Kommission Lebenshaltungs-, Reise- und Versicherungskosten abgedeckt sein, zusätzlich ist ein Taschengeld vorgesehen. Bei einem Beschäftigungsverhältnis wird eine den örtlichen Gegebenheiten angepasste Bezahlung vereinbart, darüber hinaus trägt die EU die Reisekosten. Finanziert wird das Solidaritätskoprs über bestehende Programme der EU wie etwa das Studentenaustauschprogramm Erasmus oder das EU-Förderprogramm für Beschäftigung und soziale Innovation.

Mit dem Korps hofft die EU-Kommission Jugendlichen den Sprung in die Arbeitswelt zu erleichtern, in dem sie Erfahrungen sammeln. Besonders südeuropäische Länder wie Italien, Spanien und Griechenland kämpfen seit der Wirtschaftskrise mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Vor drei Jahren hatte die Behörde bereits die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative ins Leben gerufen. Nach Angaben der EU-Behörde ist die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen seit 2013 um 1,6 Millionen zurückgegangen. Neun Millionen haben seither eine Stelle im Rahmen der Jugendgarantie angenommen. Die Kommission will das Programm bis 2020 verlängern und um zwei Milliarden Euro aufstocken, um eine weitere Million junger Menschen in Arbeit zu bringen. Bereits vor zwei Monaten hatte Kommissionspräsident Juncker angekündigt, ein Solidaritätskorps auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, dass sich bis Ende 2020 100.000 Jugendliche dem Korps anschließen.

 

 

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