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Social Startups: schnellgreifende Lösungen zur ökonomischen Integration von Geflüchteten

Das Stipendienprogramm „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“ besteht seit 2015. Es wendet sich an angehende Startups 5 und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die mit innovativen und übertragbaren Ansätzen geflüchteten Menschen sowohl einen verbesserten Zugang zu Bildung verschaffen, als auch das Angebot von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für diese Zielgruppe erweitern.

Frankfurt (csr-news) > Ankommen bedeutet mehr als nur willkommen zu sein. Es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu werden und sich sowohl in die Gesellschaft als auch in den Arbeitsmarkt einzubringen. Nur so ist ein selbstbestimmtes Leben möglich. Das Stipendienprogramm „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“ besteht seit 2015. Es wendet sich an angehende Startups 5 und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die mit innovativen und übertragbaren Ansätzen geflüchteten Menschen sowohl einen verbesserten Zugang zu Bildung verschaffen, als auch das Angebot von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für diese Zielgruppe erweitern.

Aus rund 100 Bewerbungen um einen Stipendienplatz im ANKOMMER-Programm 2016/2017 wurden 15 sehr unterschiedliche Gründerteams ausgewählt. Die quantitative und qualitative Analyse der Bewerbungen sowie die Erfahrungswerte, die sich aus der Zusammenarbeit mit den 14 ANKOMMER-Teams aus 2015/2016 ergeben, erlaubt eine Standortbestimmung zur ökonomischen Integration von Geflüchteten:

  • Die ökonomische Integration von geflüchteten Menschen ist beratungs- und begleitungsintensiv. Social Startups und sozialunternehmerische Initiativen setzen sich persönlich für die Belange der Geflüchteten ein, sie helfen bei der Klärung von arbeits- und aufenthaltsrechtlichen Fragen und sind daher viel flexibler bei der Einstellung von Geflüchteten als große Unternehmen.
  • Gastronomie und Handwerk sind die stärksten Branchen für eine rasche und nachhaltige Integration. Social Startups konzentrieren sich bei der Entwicklung von Projekten besonders auf die Branchen Gastronomie und Handwerk. In diesen Branchen mangelt es an Arbeitskräften, der Einstieg lässt sich niedrigschwellig organisieren und Sprachbarrieren sind kein gravierender Faktor. Zudem bietet sich in diesen Feldern die Möglichkeit des voneinander Lernens.
  • Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund beteiligen sich aktiv an der Entwicklung von Lösungsansätzen. In mehr als der Hälfte der 100 Gründerteams, die sich für das ANKOMMER-Stipendium beworben haben, hat mindestens ein Mitglied einen Flucht-/Migrationshintergrund.
  • Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit sind wichtig. Social Startups und sozialunternehmerische Initiativen richten ihr Handeln an der Lösung gesellschaftlicher Probleme aus. Sie kooperieren mit anderen Projekten und Initiativen und fokussieren früh die Skalierung ihrer Lösungsansätze. Mithin übernehmen sie eine wichtige Funktion bei der Entwicklung und Skalierung sozialer Innovationen zur Integration von Geflüchteten in das Erwerbsleben.
  • Ökonomische Integrationsangebote erreichen mehrheitlich Männer. Es besteht daher ein großer Bedarf an Angeboten für Frauen, die gerade dann auch erhebliche Integrationsleistungen erbringen, wenn eine Kinderbetreuung mit angeboten wird.
  • Ehrenamtliches Engagement ist Ausgangspunkt für die Gründung von Sozialunternehmen. Die überwiegende Mehrzahl der Gründer-Teams im ANKOMMER-Programm hat sich vorher ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Engagement bilden die Grundlage für ihre sozialunternehmerischen Ideen. Mit der Gründung eines Sozialunternehmens wollen sie ihr Engagement in nachhaltige Strukturen zur Integration von Geflüchteten überführen.

Die ANKOMMER-Projekte unterstreichen, dass Sozialunternehmer einen zunehmend wichtiger werdenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Struktur in Deutschland leisten und als Innovatoren nicht nur im Bereich der Integration essentiell für die Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme sind. Deshalb sollen mit dem von der KfW Stiftung und Social Impact nun ins Leben gerufenen „Special Impact Award“, der mit einem Startgeld in Höhe von insgesamt 45.000 EUR dotiert ist, zwei Gründergruppen ausgezeichnet werden:

Ein Leuchtturmprojekt für die ökonomische Integrationsleistung von geflüchteten Menschen aus dem Kreis der neuen ANKOMMER-Stipendiatenteams 2016/2017.

Ein Leuchtturmprojekt mit besonderer sozialer Wirksamkeit aus dem Kreis der „AndersGründer“. Dies sind angehende Sozialunternehmer, die mit Unterstützung der KfW Stiftung in den Social Impact Labs Frankfurt und Duisburg qualifiziert werden.

Die Auszeichnungen werden am 6. Juni 2017 in Frankfurt übergeben.