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Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – Zwischenbilanz zur Flüchtlingsintegration

Mit ihren Projekten zur Flüchtlingsintegration hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. bisher rund 30 Prozent der Teilnehmer erfolgreich in Arbeit, Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung vermittelt.

München (csr-news) > „Das ist ein gutes Ergebnis“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, der eine Jahresbilanz 2016 zog. „Insgesamt bereiten wir mit unseren Projekten rund 2.300 Asylbewerber auf eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung vor. Seit Frühjahr 2015 beschäftigen wir uns mit der Flüchtlingsintegration in den Arbeitsmarkt. Im Herbst 2015 haben wir gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit unser Maßnahmenpaket IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit gestartet. Damit unterstützen wir Unternehmen bei ihrem Engagement und begleiten Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“, so Brossardt weiter.

Im Projekt IdA 1.000 haben bis Mitte Dezember 2016 460 Teilnehmer bayernweit die ersten Kurse durchlaufen. Beim IdA BayernTurbo konnten von den rund 340 Teilnehmern, die im Februar 2016 starteten, bis September 120 Teilnehmer in eine Ausbildung, eine Beschäftigung oder eine Einstiegsqualifizierung vermittelt werden. Den beiden Projekten ging das bereits im Mai 2015 begonnene Modellprojekt IdA 120 voraus. Es endete im März 2016 und von 109 Teilnehmern fanden rund 80 Prozent im Laufe des Jahres eine Beschäftigung.

Berufliche Erfahrungen der Flüchtlinge und Asylbewerberidentifizieren

Im Januar 2016 startete die IdA Ausbilderqualifikation. Dabei handelt es sich um eine Workshop-Reihe für Unternehmensmitarbeiter, die im Umgang mit Flüchtlingen im Unternehmen geschult werden. Im Jahr 2016 wurden 48 Workshops mit rund 500 Teilnehmern in ganz Bayern durchgeführt. Seit Januar 2016 kommt auch der IdA KompetenzCheck zum Einsatz. Damit werden berufliche Erfahrungen der Flüchtlinge und Asylbewerber identifiziert, damit sie gezielt in eine Beschäftigung oder Weiterbildung vermittelt werden können. Die KompetenzChecks liegen für die Bereiche Metallbe- und Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Lager und Logistik und Garten- und Landschaftsbau vor. Die IdA Plattform www.sprungbrett-intowork.de ist im März 2016 online gegangen. Bis Dezember 2016 haben Unternehmen dort über 1.000 Praktikumsangebote für Geflüchtete eingestellt.

Ziele übertroffen

Brossardt betonte: „Mit unseren IdA Projekten sind wir auf einem guten Weg. Für die Einzelprojekte haben die vbw und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm insgesamt 6,7 Millionen Euro in die Hand genommen und leisten damit unseren Beitrag für die Initiative ,Integration durch Ausbildung und Arbeit‘.“ Diese Vereinbarung hat die vbw gemeinsam mit der Staatsregierung, der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und den Kammerorganisationen abgeschlossen. Das selbstgesteckte Ziel von 20.000 Vermittlungen in Praktika, Ausbildung oder Arbeit im Jahr 2016 konnte bereits im September mit über 39.000 Vermittlungen übertroffen werden.

„Die bayerischen Integrationsmaßnahmen sind bundesweit beispielgebend. Die Flüchtlingsintegration ist aber ein langfristiger Prozess, bei dem wir vor weiteren Herausforderungen stehen“, erklärte Brossardt. In diesem Zusammenhang nannte er die Deutschsprachkenntnisse der Flüchtlinge, ihre tatsächlichen Kompetenzen oder auch die Mobilität der Flüchtlinge, gerade im ländlichen Raum. Die vbw fordert weitere gesetzliche Anpassungen, zum Beispiel beim bundesweiten Integrationsgesetz, das im August 2016 in Kraft getreten ist. „Die Politik muss die Förderinstrumente der Ausbildung mit Abschluss des Ausbildungsvertrags generell öffnen. Außerdem sollte der Zugang zur Zeitarbeit unbefristet geregelt sein und von der Vorrangprüfung entkoppelt werden“, so Brossardt.

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