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Deutsche Bank streicht Boni für 2016 kräftig zusammen

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank verordnet ihrer Führungsriege harte Einschnitte bei den Bonuszahlungen: Der Vorstand habe einstimmig entschieden, für das Jahr 2016 auf seine variable Vergütung ganz zu verzichten, teilte das größte deutsche Kreditinstitut am Mittwoch in einem Schreiben an alle Mitarbeiter mit.

Frankfurt (afp) > Zudem erhielten weitere hochrangige Manager deutlich geringere Erfolgszahlungen für das vergangene Jahr: Ihnen werde nur ein gruppenbezogener, jedoch kein individueller Bonus gezahlt. Der Vorstand habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, halte aber „harte Maßnahmen für unumgänglich“, heißt es in dem Schreiben. „Das gilt gerade in Zeiten, in denen tausende Arbeitsplätze wegfallen und unsere Aktionäre keine jährliche Dividende erhalten.“ Die Kürzungen betreffen den Angaben zufolge etwa 25 Prozent der Deutsche-Bank-Mitarbeiter. Auf die Einkünfte der Übrigen wirken sie sich demnach „nicht oder kaum“ aus.

In der Mitteilung verwies die Bank auch auf die am Dienstag offiziell vom US-Justizministerium bestätigte Einigung im Streit über faule Hypothekenpapiere. Das Unternehmen zahlt dabei insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro). Die Deutsche Bank habe mit ihren Geschäften „nicht nur Investoren getäuscht“, erklärte US-Justizministerin Loretta Lynch. Sie habe auch zu einer internationalen Finanzkrise beigetragen.

Die Deutsche Bank soll wie andere Großbanken Investoren zwischen 2006 und 2007 über die Risiken von hypothekenbesicherten Wertpapieren getäuscht haben. Die Käufer dieser komplexen Anlageprodukte erlitten Milliardenverluste, als der US-Immobilienmarkt kollabierte. Bank-Chef John Cryan entschuldigte sich für das damalige Vorgehen. Dieses sei „inakzeptabel“ gewesen. „Der Preis ist hoch, den wir zahlen“, fügte Cryan hinzu. Die „Belastungen“ aus dem Vergleich mit den US-Behörden und auch das Jahresergebnis insgesamt ließen sich nun besser abschätzen, schrieb der Vorstand wenig später an seine Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund sei die Bonuskürzung beschlossen worden.

Bereits für das Jahr 2015, das für die Deutsche Bank mit einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro zu Ende ging, hatte der Vorstand keine variable Vergütung erhalten. Insgesamt wurden die Boni damals um 17 Prozent gekürzt. Auch für die Zukunft hielt sich die Deutsche Bank Kürzungen bei den Boni offen. Es gebe noch viel zu tun, um das Kreditinstitut „robuster und profitabler“ zu machen. „Wir müssen weiterhin unbequeme Wege gehen, die uns viel abverlangen.“

 

 

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