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Deutsche Bahn streicht individuelle Boni

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Die Deutsche Bahn streicht individuelle Boni, damit die Führungskräfte des Unternehmens stärker zusammen anpacken. Seit Januar zähle nur noch die Gemeinschaftsleistung bei der Bahn, individuelle Ziele seien aus dem Katalog der Erfolgsbeteiligung gestrichen, sagte Personalvorstand Ulrich Weber dem „Handelsblatt“ vom Donnerstag.

Düsseldorf/Berlin (afp/csr-news) > Zudem gebe es eine neue Rotationsregel, so dass niemand länger als sieben Jahre „auf ein und demselben Posten“ sitze. Eine aktuelle Mitarbeiterbefragung zeigte eine weitestgehend zufriedene Belegschaft. Der Konzern wolle mit den neuen Regeln erreichen, dass sich jeder Mitarbeiter für das „Gesamtsystem Bahn“ verantwortlich fühle. „Dem Kunden ist es egal, ob der Bahnmitarbeiter, den er trifft, für sein Anliegen zuständig ist.“ Laut Weber stellt die Deutsche Bahn in diesem Jahr zudem 700 IT-Experten zusätzlich ein. Die Fachleute würden zum Beispiel in der Entwicklung und Fahrplanoptimierung gebraucht. Die Einstellungen seien Teil des Programms „Zukunft Bahn“, mit dem der Konzern kundenfreundlicher werden wolle. Insgesamt investiert die Bahn nach Webers Aussagen 200 Millionen Euro in Technik, Qualitätsmaßnahmen und Personal. „Wir lassen es uns etwas kosten, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind“, sagte Weber. Dann seien auch die Kunden zufriedener.

Wie es um die Zufriedenheit der Mitarbeiter steht, das hat die neue, inzwischen dritte weltweite Mitarbeiterbefragung ergeben. „Die Zufriedenheit der Mitarbeiter im DB-Konzern bleibt auf einem guten Niveau. Sie hat sich mit 3,7 Punkten stabilisiert. Auf einer Skala von 1 bis 5 (bestmöglicher Wert) liegt der Index damit auf dem gleichen Wert wie 2014“, heißt es dazu in einer Mitteilung. Rund 194.000 der mehr als 300.000 Mitarbeiter haben sich an der Umfrage beteiligt – ein leichter Anstieg gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2014. „Eine stabil bleibende Zufriedenheit ist für einen weltweiten Konzern, der sich mitten in tiefgreifenden Veränderungen befindet, keine Selbstverständlichkeit, sondern ein sehr erfreuliches Ergebnis“, sagte DB-Vorstandsvorsitzender Rüdiger Grube. Auch Weber zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und hob besonders die gute Bewertung des Arbeitsklimas hervor.

In mehreren Themenfeldern zeigt sich ein positiver Trend, so die Bahn. Die Zufriedenheit mit der Arbeit und dem Arbeitgeber bleiben auf gutem Niveau. Die Zusammenarbeit im eigenen Team, die persönliche Weiterentwicklung und die direkte Führungskraft werden positiv bewertet bzw. haben sich verbessert. Verbesserungsbedarf ergibt sich aus der Befragung insbesondere bei der bereichs- und hierarchieübergreifenden Zusammenarbeit.

Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die DB in Deutschland mit dem Qualitätsprogramm „Zukunft Bahn“ auf dem richtigen Weg sei, so Grube. Nun gelte es durch weitere handfeste Erfolge zu zeigen, dass das Programm zu einer tiefgreifenden Bewegung im Konzern werde. „Zukunft Bahn“ setzt intern bei Themen an wie einer besseren übergreifenden Zusammenarbeit, um im Personen- und Güterverkehr für die Kunden Pünktlichkeit und Verlässlichkeit zu verbessern. Der Bahn-Chef ist überzeugt: „Wir werden nicht nachlassen, wenn es darum geht, das Programm „Zukunft Bahn“ mit Leidenschaft weiter voranzutreiben und unsere ganze Energie auf unsere Kunden zu lenken.“

Am Dienstag hatte Grube von einer „Trendwende“ im Unternehmen gesprochen, nachdem die Bahn 2015 erstmals seit zwölf Jahren in die roten Zahlen gerutscht war. Der Konzern musste ein Minus von 1,311 Milliarden Euro hinnehmen. 2016 sei dagegen ein operatives Ergebnis von mehr als 1,8 Milliarden Euro erzielt worden. Genaue Zahlen legt die Bahn im März in ihrer Jahresbilanz vor.