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Neuer weltweiter Hitzerekord 2016 – das dritte Jahr in Folge

Galyna Andrushko - Fotolia

2016 war das weltweit heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es war das dritte Jahr in Folge, dass ein solcher globaler Hitzerekord aufgestellt wurde. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten der US-Ozeanografie- und -Wetterbehörde NOAA sowie der Raumfahrtbehörde Nasa hervor. Zu ähnlichen Ergebnissen kam die Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Von Jean-Louis SANTINI

Washington (afp) > Der weltweite Temperaturdurchschnitt lag laut NOAA 2016 um 0,94 Grad Celsius über dem Mittelwert des 20. Jahrhunderts. Der Schnitt des Jahres 2015 wurde damit um 0,07 Grad übertroffen. Die WMO errechnete für 2016 einen Durchschnittswert von 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitalter.  Als Hauptgrund für die Hitzerekorde der vergangenen Jahre benennen Wissenschaftler den menschengemachten Klimawandel. Auch das Klimaphänomen El Niño, das eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans bewirkt, habe seinen Anteil – doch der Hauptfaktor sei der „menschliche Einfluss auf das Klima durch den Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre“, sagte der britische Klimaforscher Peter Stott. Sein Kollege von der britischen Universität Leeds, Piers Foster, erklärte, selbst bei Außerachtlassung von El Niño bleibe 2016 das „heißeste Jahr der modernen Geschichte“.

Die globalen Klimadaten der US-Behörden wurden zwei Tage vor Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump veröffentlicht, der im Wahlkampf den menschengemachten Klimawandel als Fiktion bezeichnet und den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt hatte. Diese Äußerungen lösten weltweit die Sorge aus, dass mit Trump der Kampf gegen den Klimawandel einen schweren Rückschlag erleiden könnte. Allerdings sagte der künftige Präsident nach seinem Wahlsieg vom 8. November 2016, er stehe dem Thema „offen“ gegenüber. Der globale Klimaschutzvertrag war im Dezember 2015 in Paris beschlossen worden. Er sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Die bislang vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings nicht aus.

Trumps Kandidat für den Spitzenposten bei der US-Umweltbehörde räumte unterdessen Mitverantwortung des Menschen für die Erderwärmung ein. Dies sei wissenschaftlich erwiesen, sagte der Republikaner Scott Pruitt am Mittwoch bei seiner Nominierungsanhörung vor dem Senat in Washington. Allerdings lasse sich das genaue Ausmaß der menschlichen Mitwirkung nicht bestimmen, und die Frage, was dagegen zu tun sei, müsse weiter diskutiert werden. Pruitt, der nach Trumps Willen die Umweltbehörde EPA leiten soll, war bislang Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Oklahoma. Als solcher hatte er jahrelang die Behörde bekämpft, die er nun leiten soll. Pruitt ist ein Freund der Ölindustrie und hat gegen Umweltlauflagen für die Branche gefochten. Die Demokraten äußerten in der Nominierungsanhörung Zweifel an der Eignung des Kandidaten für den Spitzenjob. Pruitt habe noch nicht den Verdacht ausgeräumt, dass er als Leiter der Umweltbehörde „vor allem das Wohlergehen der Fossilenergie-Branche“ im Auge haben werde, sagte der demokratische Senator Sheldon Whitehouse.

 

 

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