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Treibhausgase des Verkehrssektors gefährden globale Klimaziele

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Die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors gefährden einer Untersuchung zufolge die globalen Klimaziele. Die bislang geplanten Maßnahmen zur Reduktion des Kohledioxidausstoßes im Verkehr reichten nicht aus, um die selbstgesteckten Ziele der internationalen Gemeinschaft zu erreichen, erklärte das Weltverkehrsforum (ITF) am Montag.

Berlin (afp) > Selbst im optimistischsten Szenario würden die Emissionen 2050 noch auf dem Niveau von 2015 liegen. Das bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesiedelte Weltverkehrsforum hatte verschiedene Szenarien zur Entwicklung des globalen Verkehrs bis 2050 durchgerechnet. In die bestmögliche Projektion wurden den Angaben zufolge der Einsatz neuer Technologien und „Verhaltensänderungen“ bereits eingerechnet. Dennoch würde demnach bis zum Jahr 2050 keine Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) gelingen. „Im weniger optimistischen Basisszenario“ würden die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2015 sogar um 60 Prozent steigen, erklärte das Weltverkehrsforum. „Wir müssen sowohl das Innovationstempo beschleunigen als auch drastische politische Weichenstellungen vornehmen, um den Verkehr vom CO2 zu entwöhnen“, forderte ITF-Generalsekretär José Viegas. Unter anderem müsse stärker „über Dinge wie ‚Shared Mobility'“ nachgedacht werden. Dazu zählen etwa Carsharing-Dienste. Viegas forderte auch Überlegungen zu veränderten Logistikketten und „neuen Verkehrsträgern“.

Als ein großes Problemfeld identifizierte das Weltverkehrsforum „Verschiebungen bei den globalen Haupthandelsrouten“. In Regionen mit wenig entwickelten Eisenbahnnetzen und Schifffahrtswegen nehme der Warenaustausch zu – dies führe „nahezu zu einer Verdoppelung der CO2-Emissionen aus Straßengüterverkehr“. Besonders betroffen sei Asien. Auch die Mobilität in den Städten sei ein Problem, erklärte das Weltverkehrsforum. Hier werde sich die Autonutzung bis 2050 verdoppeln, vor allem durch die Entwicklung in den Schwellenländern. Allerdings könnten Städte „die Zahl der Autos auf dem Niveau von 2015 halten, wenn sie jetzt eine integrierte Raum- und Verkehrsplanung einführen, aktiv Preismechanismen nutzen, um das Mobilitätsverhalten zu steuern, sowie in den Nahverkehr investieren“.

 

 

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