Management Nachrichten Politik

Wirtschaft gegen gesetzliche Begrenzungen bei Managergehältern

Tobif82/Fotolia

Forderungen nach gesetzlichen Begrenzungen bei den Gehältern von Topmanagern stoßen in der Wirtschaft auf Widerstand. Mehrere Vorstandsvorsitzende von Dax-Konzernen äußerten sich kritisch zu jüngsten Vorschlägen der SPD, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Mittwoch vorab aus ihrer neuen Ausgabe berichtete. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, warnte in der „Passauer Neuen Presse“ vor einer „Neid-Debatte“.

Hamburg (afp) > Forderungen nach gesetzlichen Begrenzungen bei den Gehältern von Topmanagern stoßen in der Wirtschaft auf Widerstand. Mehrere Vorstandsvorsitzende von Dax-Konzernen äußerten sich kritisch zu jüngsten Vorschlägen der SPD, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Mittwoch vorab aus ihrer neuen Ausgabe berichtete. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, warnte in der „Passauer Neuen Presse“ vor einer „Neid-Debatte“.

Die SPD-Bundestagsfraktion hatte Mitte Januar in einem Forderungspapier „Maß und Mitte bei Managergehältern und Boni“ angemahnt. Die Sozialdemokraten fordern ein „festgeschriebenes Maximalverhältnis“ zwischen Vorstandsgehältern und dem durchschnittlichen Gehalt der Angestellten. Die Debatte wurde zuletzt durch Berichte weiter angeheizt, wonach der Volkswagen-Konzern die Bezahlung seiner Vorstände auf zehn Millionen Euro deckeln will. Mehrere Chefs von Dax-Konzernen wandten sich nun gegen gesetzliche Regelungen. „Die Vorgabe einer Höchstquote wäre ein deutlicher Eingriff in die Eigentümerrechte“, warnte der Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, in der „Zeit“. Persönlich empfinde er seine Vergütung als angemessen, im internationalen Vergleich seien die Vorstandsgehälter in seinem Unternehmen „sehr moderat“.

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorstedt verwies darauf, dass Deutschland mit der sozialen Marktwirtschaft ein „exzellentes Wirtschaftsmodell“ habe und im internationalen Vergleich „hervorragend“ dastehe. Das belege doch, „dass die deutschen Unternehmen und ihre Lenker zum überwiegenden Teil einen guten Job machen und ihre Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft führen“. Bayer-Vorstandschef Werner Baumann sagte der „Zeit“, eine „zwangsläufig generalisierende Höchstquote“ für alle Unternehmen sei „kontraproduktiv“. Beschäftigungsstrukturen und durchschnittliche Einkommen unterschieden sich von Branche zu Branche erheblich. IW-Chef Hüther sagte der „Passauer Neuen Presse“, eine gesetzliche Begrenzung von Managergehältern und Boni wäre „ein Eingriff in die Vertragsfreiheit“. Die Vergütung sei eine Frage der Aufsichtsräte und nicht des Gesetzgebers. „Wer anfängt, Obergrenzen für Gehälter zu definieren, wird am Ende darüber auch einen Wahlkampf führen“, sagte er an die Adresse der SPD. Das sei aber eine „Neid-Debatte“.

Kritik an manchen Gehältern kommt aber auch aus der CDU. „Manche Manager haben den Kontakt zur Realität und zur Lebenswirklichkeit ihrer Angestellten völlig verloren“, sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn, der „Zeit“. Sie wollten „eine Altersabsicherung wie deutsche Beamte und bezahlt werden wie in den USA“. Spahn hob zugleich hervor, dass dies für ihn aber eher eine „Frage des Anstands“ sei. Es müssten nicht immer gleich Gesetze gemacht werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar