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NABU schlägt eine Getränkeverpackungssteuer vor

Nicht zurückgebrachte Einwegflaschen und Dosen sollen der Getränkewirtschaft beachtliche Einnahmen verschaffen. Laut Berechnungen der Naturschutzorganisation NABU waren dies im Jahr 2015 rund 180 Millionen Euro.

Berlin (csr-news) > Seit Einführung des Zwangspfands 2003 summieren sich die Pfandschlupf-Erlöse auf mehr als 3,5 Milliarden Euro, rechnen die Umweltschützer vor. Zudem könne der Handel die zurückgenommenen Flaschen und Dosen als Sekundärrohstoffe gewinnbringend weiterverkaufen oder selbst verwerten. „Verzichtet ein Verbraucher auf das Pfand und wirft seine Dose in den Müll oder in die Landschaft, dann verbleiben 25 Cent bei der Getränkewirtschaft, die Entsorgungskosten tragen alle. Das ist ökologischer Unsinn und nichts anderes als eine Subvention von Einweg-Plastikflaschen und Dosen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wenn wir auch weiterhin die ursprünglich in der Verpackungsverordnung angestrebten 80 Prozent verfehlen, benötigen wir wirkungsvolle Sanktionen und neue Lenkungsinstrumente.“

Dazu schlägt der NABU eine Getränkeverpackungssteuer vor, die sich an der CO2-Belastung der Verpackungen orientiert. Außerdem sollten die Einnahmen aus dem so genannten Pfandschlupf umgelenkt werden. „Das Geld darf nicht in den Kassen der Einwegabfüller und Händler landen, sondern sollte verpflichtend für Mehrweginitiativen und andere Abfallvermeidungsprojekte ausgegeben werden“, so Miller. „Ohne das deutsche Pfandsystem wären diese Einnahmen nicht möglich gewesen. Das Zwangspfand auf Einweggetränkeverpackungen hatte zwei Ziele: weniger Dosen und Einwegplastik in der Landschaft und eine Förderung von wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen. Am zweiten Ziel ist man kolossal gescheitert“, sagt NABU-Ressourcenschutzexperte Sascha Roth. Der Anteil von MövE-Verpackungen sank innerhalb von zehn Jahren (2004 bis 2014) von gut 71 auf 46 Prozent. Mit einer zusätzlichen Umweltabgabe auf Einwegverpackungen würden Mehrwegalternativen für Verbraucher wieder attraktiver. So könnten, laut NABU, 400.000 Tonnen Plastikmüll und 1,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich vermieden werden.

 

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