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Regierung zieht positive Bilanz der Frauenquote in Führungspositionen

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Die Bundesregierung hat eine positive Bilanz der seit über einem Jahr geltenden Frauenquote in Führungspositionen gezogen. Alle börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen, die 2016 einen neuen Aufsichtsratsposten besetzen mussten, hätten sich an die feste Quote von 30 Prozent gehalten, erklärten Frauenministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung. „Die Quote wirkt“, erklärte Schwesig.

Berlin (afp) > Für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten gilt seit Januar 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent, derzeit betrifft das 106 große Unternehmen. Schwesig erklärte, es bewege sich etwas bei den Unternehmen, die sich an die feste Quote halten müssen. „Viele haben die Quote bereits erfüllt“, erklärte sie. „Die anderen werden nachziehen.“ Sie beobachte außerdem einen Kulturwandel in den Unternehmen und der Gesellschaft. Auch Justizminister Maas erklärte, das Gesetz werde „allen Befürchtungen und Mahnungen zum Trotz“ von den Firmen akzeptiert und eingehalten. Der überwiegende Teil der untersuchten Unternehmen habe sich verbindliche und erreichbare Zielgrößen für alle Ebenen gesetzt.

Nachholbedarf sieht Schwesig allerdings auf der Vorstandsebene. In den Vorständen der untersuchten Firmen seien Frauen „nach wie vor stark unterrepräsentiert“, erklärte sie. Es setzten sich zudem zu wenige Unternehmen entsprechende Ziele. Daher müsse an dieser Stelle über Nachbesserungen am Gesetz nachgedacht werden. Auch Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) beklagte, dass noch „zu wenig“ bei der Personalpolitik deutscher Unternehmen mit Blick auf die Frauenförderung passiere. „Die Mehrheit der M-Dax-Unternehmen gibt sich selbst beim Zielwert für die Frauenquote im Vorstand eine Null“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit Verweis auf die mittelgroßen Unternehmen.

 

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