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Volkswagen streicht Bonus für Aufsichtsräte

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Volkswagen streicht einem Pressebericht zufolge den Aufsichtsräten die Bonus-Zahlung. Nachdem die Boni der Vorstände gedeckelt wurden, sei nun auch das Vergütungssystem der Aufsichtsräte überarbeitet worden, berichtete die “Bild”-Zeitung (Freitagsausgabe).

Berlin (afp) > Demnach bestätigte der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch die Änderung des Vergütungssystems: “Die VW-Aufsichtsräte zählten in der Vergangenheit mit zu den Spitzenverdienern im DAX”, sagte Pötsch der Zeitung. “Die Systematik war aber nicht mehr marktüblich.”

Pötsch fügte laut “Bild” hinzu, der variable Anteil an der Vergütung sei zuvor sehr hoch gewesen. “Dieser wurde nun abgeschafft. Wir haben uns auf Fixgehälter festgelegt und sind damit wieder absolut marktüblich.” Im Aufsichtsrat habe es “null Widerspruch” gegen die Änderung gegeben, sagte Pötsch der “Bild”-Zeitung. “Jeder hat verstanden, dass wir uns da verändern müssen.” Die Hauptversammlung muss der Änderung des Vergütungssystems pro forma noch zustimmen. Nach Recherchen des “Bild”-Investigativ-Ressorts bekommt ein normales Aufsichtsratsmitglied dann in Zukunft ein Fixgehalt von 100.000 Euro. Der Vorsitzende erhalte 300.000 Euro, sein Stellvertreter 200.000 Euro. Für eine Tätigkeit in einem der Ausschüsse und im Präsidium gebe es zusätzlich jeweils 50.000 Euro.

Pötsch erhält laut “Bild” für den Vorsitz des Präsidiums 100.000 Euro extra und kommt damit auf insgesamt rund 400.000 Euro. Als Sitzungsgeld wurden 1000 Euro festgelegt. Im Schnitt hat der Aufsichtsrat ein halbes Dutzend Sitzungen im Jahr. Das ist insgesamt für alle Kontrolleure deutlich weniger als in der Vergangenheit. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch hatte dem Bericht zufolge 2014 noch deutlich über eine Million Euro erhalten, fast 90 Prozent davon waren Boni. Volkswagen steht derzeit wegen des Abgasskandals bei Dieselfahrzeugen unter Druck. 2015 war bekannt geworden, dass der Wolfsburger Autobauer eine manipulierte Schadstoff-Software in Fahrzeuge einbaute, durch die im Testbetrieb der Ausstoß von schädlichen Stickoxiden gesenkt wurde. Der Konzern ist mit Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe konfrontiert.