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Umweltschützer warnen vor globaler Wasserkrise

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Die Umweltschutzorganisation WWF warnt anlässlich des Weltwassertags am Mittwoch vor einer “gefährlichen Verschärfung der globalen Wasserkrise”. Bis 2030 werde sich durch ein Zusammenspiel von Klimawandel, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Lage weiter zuspitzen, erklärte die Umweltschützer.

Berlin (afp) > Die Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes verwies darauf, dass verunreinigtes Wasser eine der Hauptursachen für den Tod von Kindern sei (Beitrag auf CSR-NEWS). Von der “globalen Wasserkrise” seien aber auch Teile Europas und der USA betroffen, erklärte der WWF. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen sei mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur zu rechnen.

Die Süßwasserressourcen werden laut WWF in Zukunft am stärksten in Gebieten beansprucht, “in denen die Bevölkerung ansteigt, die Wirtschaft boomt und der Klimawandel besonders heftig zuschlägt”. Dies könne “ganze Regionen destabilisieren”, warnte Philip Wagnitz, Referent für Süßwasser beim WWF Deutschland. Demnach stehen Dürren oder eine unzureichende Wasserversorgung oft am Anfang von Konflikten und Fluchtbewegungen: “Kein Wasser heißt kein Essen, kein Essen heißt Instabilität, Instabilität heißt Konflikt, Konflikt heißt Flucht”. So einfach die Kausalkette klinge, “so wahr ist sie in vielen Orten der Welt”, erklärte Wagnitz.

Auf der Weltkarte zur Wasserkrise des WWF zeigen auch einige Regionen in den Industrienationen die höchste Risikostufe. Dazu trage etwa eine zerstörerische Übernutzung des Grundwassers für den Gemüseanbau im südspanischen Andalusien bei. Für ein Kilogramm Tomaten würden dort im Durchschnitt 64 Liter Wasser benötigt. In Marokko seien es 98 Liter, in Süditalien sogar 115 Liter. Doch trotz der sehr effizienten Bewässerung der andalusischen Agrarbetriebe sänken die dortigen Grundwasserspeicher jedes Jahr weiter ab – stellenweise sogar um bis zu zehn Meter pro Jahr, hieß es. Die Wasservorkommen schrumpften, weil die landwirtschaftliche Anbaufläche die natürlichen Grenzen sprenge und die staatliche Regulierung nicht greife.

Terre des Hommes erklärte, jedes Jahr stürben mehr als 360.000 Kinder unter fünf Jahren allein an Durchfallerkrankungen, die durch den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen verhindert werden könnten. Hinzu kämen durch verseuchtes Wasser verursachte Infektionen mit Parasiten und andere Darmkrankheiten. 663 Millionen Menschen haben den Angaben zufolge noch immer keinen Zugang zu Wasserleitungen oder sauberen Brunnen. Sie seien “darauf angewiesen, ihren Bedarf an Wasser durch Seen, Bäche oder Flüsse zu decken”. Diese seien jedoch immer häufiger nicht nur durch Fäkalien, sondern auch durch Chemikalien und Schwermetalle verseucht. “Schadstoffe aus der Landwirtschaft, ungeklärte Industrieabfälle und Abfallprodukte der Rohstoffgewinnung haben oft schwerwiegende Folgen für die Gesundheit insbesondere von Kindern”, erklärte Terre des Hommes. Die Organisation forderte deutsche Firmen auf, “bei ihren Zulieferern auf die Einhaltung hoher Umweltstandards zu achten”.