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Anstrengungen für mehr Bienenschutz verstärken

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat verstärkte Anstrengungen zum Schutz der Bienen angekündigt. „Wir brauchen die Biene, ihr Schutz ist eine schlichte Lebensnotwendigkeit“, sagte Schmidt zur Eröffnung der Internationalen Bienenkonferenz.

Berlin (afp) > Diese leisteten „einen immensen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“. Schmidt warb für das Anpflanzen bienenfreundlicher Blütenpflanzen in Gärten und Parks und startete dazu die diesjährige Kampagne „Bienen füttern!“. Von Seiten der Bundesregierung wurde zudem darauf hingewiesen, dass sich Schmidt auch für das 2016 beschlossene, europaweite Verbot von Neonikotinoiden eingesetzt habe. Wird Saatgut mit diesen Pflanzenschutzmitteln behandelt, wirkt dies auf Bienen oft tödlich. Auf der Bienenkonferenz diskutieren Experten aus Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft sowie Imker und Vertreter internationaler Organisationen am Dienstag und Mittwoch über Strategien für einen wirksameren Schutz von Bienen. Deutschlandweit wurden 2016 insgesamt 115.000 Imker mit 800.000 Bienenvölkern gezählt. Weltweit ist deren Zahl aber in den vergangenen Jahren aufgrund von Monokulturen, Pestiziden und Parasiten stetig zurückgegangen.

Die Grünen-Umweltexperten Harald Ebner und Steffi Lemke warfen Schmidt vor, nicht zu für den Bienenschutz erforderlichen Änderungen der Landwirtschaftspolitik bereit zu sein. Stattdessen setze der Minister „mit seinem großen Bienen-Zirkus die Reihe teurer PR-Events fort“, kritisierten sie die Bienen-Konferenz. Von dem Treffen seien zudem fachlich versierte Umweltverbände ausgeschlossen. Auch den Einsatz Schmidts für das Neonikotinoid-Verbot zogen die Grünen in Zweifel. Statt Vorreiter sei der CSU-Politiker hierbei eher Bremser gewesen. Zudem seien bislang nur drei der gefährlichen Neonikotinoide verboten, notwendig sei aber eine Auswirkung auf alle Substanzen dieser Gruppe. Auch bei Einschränkungen für den umstrittenen Glyphosat-Einsatz stehe der Landwirtschaftsminister auf der Bremse, kritisierten Ebner und Lemke.

 

 

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