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Fotograf wegen Fotos von „Earth Hour“-Konzert festgenommen

Doris Bredow – Fotolia

Im Osten Libyens ist ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vorübergehend festgenommen worden. Abdullah Doma sei nach einer Razzia in der Nacht zum Mittwoch in seinem Haus in Bengasi von Sicherheitskräften abgeführt worden, erklärte seine Familie.

Tripolis (afp) Er wurde wegen seiner Fotos von einem Konzert im Rahmen der weltweiten Klimaschutzaktion „Earth Hour“ vernommen. Nach 24 Stunden kam Doma wieder frei.

Er sei verhört worden, sagte der Fotograf nach seiner Freilassung. Einer konkreten Straftat sei er nicht beschuldigt worden. Zwei Organisatoren der Veranstaltung am Samstag in der Universität von Bengasi waren ebenfalls festgenommen, nach kurzer Zeit aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Religionsbehörde in Ost-Libyen hatte die Aktion als unislamisch verurteilt, da bei dem Konzert Männer und Frauen gemeinsam feierten.

Der Osten Libyens wird von den Truppen des Generals Chalifa Haftar kontrolliert. Die von ihm angeführte Libysche Nationalarmee erklärte, sie habe nichts mit der Festnahme des Fotografen zu tun. Haftar unterstützt mit seinen Truppen die libysche Gegenregierung in Bengasi. Seit dem Sturz das langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Die Einheitsregierung in Tripolis, die vor einem Jahr unter Vermittlung der Vereinten Nationen gebildet worden war, ringt weiter darum, ihre Autorität im ganzen Land durchzusetzen.

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