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Milliardenschwere Steuernachforderung gegen Großkonzerne

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Im Kampf gegen Steuertricks hat Australien sieben Großkonzerne zu riesigen Steuernachzahlungen verdonnert. Die australische Steuerbehörde erhob gegen sie nach eigenen Angaben Forderungen in Höhe von 2,9 Milliarden australischen Dollar (2,1 Milliarden Euro).

Sydney (afp) > Die Namen der betroffenen Firmen wurden nicht bekannt. Drei von ihnen sind laut Steuerbehörde im Energie- und Rohstoffsektor aktiv, vier im E-Commerce. Australien geht mit neuen Gesetzen gegen Praktiken von Großkonzernen vor, mit Gewinnverschiebungen ihre Steuerschuld kleinzurechnen. So wurden der Schutz von anonymen Informanten verbessert und die Veröffentlichungspflichten für Unternehmen verschärft. “Wir haben nun eines der stärksten, wenn nicht das stärkste Anti-Steuervermeidungssystem der Welt”, erklärte Finanzminister Scott Morrison. Die Regierung geht davon aus, dass einige der sieben betroffenen Unternehmen die Steuernachforderungen gerichtlich klären wollen, einige sie aber auch bezahlen. Die australische Steuerbehörde nimmt derzeit 59 globale Unternehmen unter die Lupe.

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto hatte am Mittwochabend mitgeteilt, von der Steuerbehörde zu einer zusätzlichen Zahlung von 447 Millionen australische Dollar aufgefordert worden zu sein. Das Unternehmen werde die Hälfte der Summe in diesem Monat überweisen, aber gegen die Neuberechnung vorgehen. Rio Tinto habe sich bei der Berechnung von Transaktionen zwischen Töchtern in Australien und Singapur an international anerkannte Regeln gehalten.