CSR-Wissen

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Autorinnen des Basisbeitrags: Ursula Weber mit Dodo SchulzMBA Nachhaltigkeitsmanagement, B.Sc.; Moderation für Nachhaltigkeit


Bildung ist eine wesentliche Nachhaltigkeitsstrategie, um der Transformation der Welt-Gesellschaften in Richtung nachhaltiger Entwicklung näher zu kommen. Die besondere Bedeutung von Bildung als Motor für die Umsetzung des Leitbildes nachhaltige Entwicklung wurde bereits in der Agenda 21 in einem eigenen Kapitel 36 festgehalten (1). Die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) [2005-2014] soll mit einem Weltaktionsprogramm weitergeführt werden. Die besondere Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in der Formulierung des sogenannten Zero-Draft der „Sustainable development Goals“ der Vereinten Nationen bekräftigt. Diese werden als globale Entwicklungsagenda ab 2015 weltweit einen politischen Rahmen setzen.

1. Institutionelle Verankerung

Das übergeordnete Ziel für die Post-Dekade-Zeit lautet „auf allen Ebenen und in allen Bereichen von Bildung und Lernen, Handlungen anzustoßen und zu intensivieren, die geeignet sind, den Fortschritt hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu beschleunigen“ (2).

2. BNE im Beruf

Mit Blick auf das Ziel nachhaltige Entwicklung in allen gesellschaftlichen Handlungsfeldern als Leitbild zu verankern (3), rückt auch der berufliche Alltag in den Blickpunkt. Die Arbeitswelt ist ein wichtiger Gestaltungsraum für nachhaltige Entwicklung. Qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bilden ein unverzichtbares Innovationspotenzial für die Ausrichtung von Unternehmen an Prinzipien nachhaltiger Entwicklung. Der berufliche Kontext ist der wesentliche Schlüssel für die Umsetzung notwendiger Innovationen in Produktion, Handwerk und Dienstleistungen und damit das Gelingen von einer nachhaltig ausgerichteten Transformation (4).

In der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wurde das Konzept der Gestaltungskompetenz als Zieldimension für individuelle Bildungsprozesse ausformuliert (5): In der Berufswelt geht es dabei um die Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft, die direkten und indirekten Wirkungen beruflichen Handelns auf die Umwelt sowie auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen anderer Menschen (heutige und zukünftige Generationen) zu erkennen und zu bewerten und negative Wirkungen soweit wie möglich zu vermeiden. Diese Fähigkeiten und Kompetenzen kann und soll BNE in der beruflichen Aus- und Weiterbildung vermitteln.

3. BNE eng verknüpft mit CSR

Hier ist die enge Verknüpfung zum Konzept der unternehmerischen gesellschaftlichen Verantwortung (CSR) erkennbar. Die in Europa geltende Definition von CSR beschreibt die Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkung ihres Handelns auf die Gesellschaft (6). Das nationale CSR-Forum in Deutschland beschreibt CSR als „eine nachhaltige Unternehmensführung im Kerngeschäft, die in der Geschäftsstrategie des Unternehmens verankert ist. CSR ist freiwillig, aber nicht beliebig.“ (7) Ein wichtiges Handlungsfeld für Unternehmen im Rahmen von CSR ist die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden. BNE kann eine geeignete Unterstützung für die Verankerung der CSR-Strategie im Unternehmen leisten. (8)

4. Herausforderung für die Multiplikatoren in Schule und Betrieb

Lehrende und Ausbildende in (Hoch-)Schulen und in Unternehmen haben die Aufgabe nachhaltigkeitsrelevante Anknüpfungspunkte in den beruflichen Handlungsfeldern und Aufgabenbereichen zu identifizieren und Lernsituationen entsprechend um Aspekte nachhaltiger Entwicklung zu ergänzen (9). Das setzt voraus, dass berufliche Handlungsfelder und Situationen auf ihre Bedeutsamkeit für eine nachhaltige Entwicklung analysiert werden. Die „Themensammlung zur Förderung von Wirtschaftskompetenz im Sinne von BNE“ (10) wirft relevante Fragestellungen auf, die helfen, diese Analyse branchen-bezogen durchzuführen. Ein wichtiger Bezugsrahmen für diese Analyse und die Auswahl von bildungsrelevanten beruflichen Situationen ist die jeweilige unternehmensspezifische CSR-Strategie (11).

5. Anmerkungen

(1) Agenda 21- Abschlussdokument der UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung, Rio 1992, Kapitel 36
(2) Arbeitsübersetzung der dt. UNESCO-Kommission des Weltaktionsprogramm
(3) Agenda 21- Abschlussdokument der UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung, Rio 1992, Kapitel 36
(4) In Anlehnung an das Strategiepapier der Arbeitsgruppe „Berufliche Aus- und Weiterbildung“ in der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
(5) vgl. www.BNE-Portal.de
(6) Europäische Kommission (2011): Eine neue EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR), Brüssel
(7) vgl. Link A, vgl. Link B
(8) S. Schaltegger et al. (2012): Corporate Sustainability Barometer
(9) vgl. NUN – Norddeutsche Erklärung zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (2007); vgl. Kastrup, Kuhlmeier, Reichwein, Vollmer (2012 vorab Veröffentlichung): Mitwirkung an der Energiewende lernen – Leitlinien für die didaktische Gestaltung der Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung, Lehren & lernen 3/2012
(10) Vgl. BNE-Themensammlung Wirtschaftskompetenz
(11) An dieser Stelle sei noch auf den Beitrag zur ISO 26.000 im CSR Lexikon verwiesen

6. Links

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