CSR-Wissen

Biodiversität

Autorin des Beitrags: Dr. Regina WickStrategie- und Kommunikationsberatung
Think>b Consulting


Biodiversität (Biologische Vielfalt) beschreibt die Variabilität der Lebewesen und ihrer Lebensräume auf unserem Planeten. Dazu gehören:

  • die Vielfalt der Ökosysteme
  • die Vielfalt der Arten jeglicher Lebensform (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen) und hier insbesondere die Vielfalt innerhalb eines ökologischen Lebensraumes
  • die genetische Variabilität innerhalb einer Art

Biodiversität und intakte Ökosysteme bedingen einander. Deshalb wird Biodiversität oft zusammen mit den Leistungen der Ökosysteme (Ökosystem Services bzw. Ökosystemdienstleistungen) diskutiert. In der englischsprachigen Literatur findet man dafür auch das Kürzel „BES“ (Biodiversity and Ecosystem Services).

Die Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen eines Ökosystems bilden zusammen mit ihrer unbelebten Umwelt eine funktionelle, sich selbst-regulierende Einheit. Ändert sich die Zusammensetzung eines Ökosystems, so beeinflusst das auch seine Prozesse und Funktionen. Als offene und dynamische Systeme werden Ökosysteme auch von externen Faktoren wie dem Klima oder der Atmosphäre beeinflusst. Ökosysteme mit einem hohen Grad an Biodiversität sind in der Regel wesentlich widerstandsfähiger für die damit einhergehenden Veränderungen.

1. Verlust der Biodiversität

Das Millenium Ecosystem Assessment, eine von der UN initiierte, weltweite Bestandsaufnahme, stellte 2005 fest, dass die Aktivitäten des Menschen praktisch alle Ökosysteme der Erde dramatisch verändert haben. Als Folge davon war die Rate, mit der Tier- und Pflanzenarten in den letzten hundert Jahren ausgestorben sind, 1000 Mal höher als der evolutionäre Durchschnitt; Tendenz steigend. Menschen dezimieren die biologische Vielfalt z.B. durch Überfischung der Meere, das großflächige Umwandeln artenreicher Lebensräume in Monokulturen, Besiedlung und Industrialisierung, durch Infrastrukturen wie z.B. Staudämme, den Abbau von Ressourcen und die Verbreitung von Gift- und Schadstoffen. Nicht zuletzt wird auch der Klimawandel die Ökosysteme und deren biologische Vielfalt global verändern.

2. Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft

Mensch, Wirtschaft und jedes einzelne Unternehmen sind direkt oder indirekt abhängig von Biodiversität und funktionierenden Ökosystemen und haben einen Einfluss auf diese. Biodiversität ist nicht nur die Basis für neue Nutzpflanzen und medizinische Heilmittel. Sie ist auch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Ökosysteme die Leistungen erbringen können, von denen Wirtschaft und Gesellschaft abhängig sind, wie Nahrungsmittel, Bau- und Rohstoffe, sauberes Wasser, gefilterte Luft, ein stabiles Klima, Abschwächung von Umweltkatastrophen sowie Erholung und Lebensqualität. Es ist somit im eigenen Interesse der Unternehmen, ihren Einfluss auf sowie ihre Abhängigkeit von Biodiversität und Ökosystemleistungen in ihr Umwelt- und Risikomanagement und in ihre Nachhaltigkeitsstrategie zu integrieren. Darüber hinaus lässt sich auch eine ethische Verpflichtung zum Erhalt der Biodiversität daraus ableiten, dass die Vielfalt der Arten auf unserem Planeten auch einen Wert an sich hat, unabhängig vom Nutzwert für den Menschen.

3. Nationale und internationale Konventionen

In Rio wurde 1992 das völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD) verabschiedet, das die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, die Bestimmungen der Konvention in nationales Recht zu übertragen und nationale Biodiversitätsstrategien zu erarbeiten. In Deutschland hat die Bundesregierung 2007 eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. Das Europäische Parlament hat sich 2012 mit einer neuen Biodiversitätsstrategie das Ziel gesetzt, den Verlust an Biodiversität in der EU bis 2020 zu stoppen.

4. Links

5. CSR NEWS-Expertennetzwerk

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