CSR-Wissen

Compliance

Autorin des Beitrags: Mag. Paulina BugajskiManagement Consultant Compliance & Sustainability bei KERP Kompetenzzentrum Elektronik & Umwelt


Der Begriff Compliance stammt aus dem Angelsächsischen und bedeutet übersetzt „Regelkonformität“ und „Übereinstimmung“. Er steht für die Einhaltung internationaler, nationaler und innerbetrieblicher Gesetze, Richtlinien, Normen und Kodizes. Die vorrangigen Ziele von Compliance sind Risikominimierung, Transparenz- und Effizienzsteigerung.

Die Ursprünge des Begriffes liegen im US-amerikanischen Finanz- und Bankrecht. Ende der 1980er Jahre führte das Bekanntwerden diverser Insiderhandelsskandale zu zunehmendem öffentlichen Druck auf den Finanzsektor. Als vertrauensbildende Maßnahme zugunsten der Kapitalmärkte und deren Teilnehmer begannen Kreditinstitute mit der Errichtung sogenannter Compliance-Abteilungen. Diese sollten die Einhaltung von bestehenden Vorschriften und Unternehmensrichtlinien garantieren und das Haftungsrisiko des Managements und Aufsichtsrates minimieren („Compliance als Haftungsvermeidung“). In Europa führten ab den 1990er Jahren regulatorische Vorgaben anfänglich vor allem im Banken- und Versicherungssektor zur Entwicklung von Compliance-Strukturen. Angesichts zunehmender gesetzlicher und gesellschaftlicher Anforderungen wurde in weiterer Folge Compliance Management zu einem wichtigen branchenübergreifenden Instrument unternehmerischen Handelns und Teil der Corporate Social Responsibility („Compliance als Wertemanagement“).

1. Compliance Management Systeme (CMS)

Unter Compliance Management Systemen wird die Summe aller unternehmensinternen Prozesse verstanden, die dazu dienen, rechtskonformes Verhalten eines Unternehmens zu begründen. Mögliche Risiken und Schäden sollen minimiert werden. Typische Compliance-Risikofelder sind etwa Wettbewerbs- und Kartellrecht, Antikorruptionsrecht, Umweltrecht, Produkthaftung oder Datenschutzvorschriften. Zusätzlich im Fokus von CMS ist auch die Einhaltung unternehmensinterner ethischer Verhaltenskodizes und anderer freiwilliger, nicht-gesetzlicher Regelungen.

2. CMS-Zertifizierung

2011 wurden in Deutschland zwei Prüf- und Zertifizierungsstandards für Compliance Management Systeme veröffentlicht:

  • IDW PS 980 (Standard zur Prüfung von Compliance-Management-Systemen) des deutschen Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW)
  • TR CMS 101:2011 (Standard für Compliance Management Systeme (CMS)) des TÜV Rheinland

Ziel beider Standards ist die Unterstützung von Organisationen bei der Implementierung, Aufrechterhaltung und Zertifizierung von CMS. Das Ergebnis eines erfolgreichen CMS ist eine nachweislich praktizierte Sorgfaltspflicht gegenüber Stakeholdern und somit ein nachhaltiger Beitrag zu den Beziehungen und der Reputation eines Unternehmens. Darüber hinaus werden strategische Wettbewerbsvorteile zum Beispiel durch Minimierung von Folgekosten für Rechtsverstöße oder günstigere Finanzierungs- und Versicherungskonditionen geschaffen.

3. Literatur

  • T.I. Banks und F.Z. Banks (2013): Corporate Legal Compliance Handbook. Second Edition. New York, Wolters Kluwer Law & Business
  • Behringer, S (Hrsg.) (2011): Compliance kompakt. Best Practice im Compliance-Management. Berlin, Erich Schmidt Verlag.
  • Gabler 2010: Gabler Wirtschaftslexikon. Bf-E. 17. Auflage.Wiesbaden, Welt Edition.
  • Roth, Monika (2010): Compliance – Voraussetzung für nachhaltige Unternehmensführung. Zürich/St. Gallen, Dike Verlag
  • Schwarzbartl, M. und Pyrcek, A. (2013): Compliance Management. Ein Praxisleitfaden zur erfolgreichen Umsetzung. Wien, Linde Verlag

4. Links

5. Expertennetzwerk

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