CSR-Wissen

Corporate (Social) Responsibility (CSR)

Autorin des Beitrags: Mag. Elisabeth GailHauska & Partner


Der Begriff „Corporate Social Responsibility“ (kurz: CSR) bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Für ihr Handeln sollen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Aspekte entscheidend sein. CSR wird oft als (gesellschaftliche) Unternehmensverantwortung übersetzt.

1. Aktuelles CSR-Verständnis

CSR ist ein aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammender Begriff, der um die vergangene Jahrtausendwende weltweit aufgegriffen wurde. Dieser Relaunch baut auf traditionellen Grundsätzen der gesellschaftlichen Verantwortung auf, setzt diese in einen aktuellen Kontext und macht aus dem Wert der Verantwortung ein Managementsystem mit neuen Regeln und Prozessen.

Im Gegensatz zum normativen, angelsächsisch geprägten Corporate Citizenship-Konzept wird CSR nicht als Gegenleistung eines Unternehmens an die Gesellschaft („giving back“) verstanden. Es geht nicht darum, wofür eine Organisation Geld ausgibt, sondern wie sie es verdient.

Im Mittelpunkt der theoretischen wie praktischen Ausrichtung von CSR steht die Verantwortung von Unternehmen für ihre Kerngeschäfte. Damit grenzt sich ein modernes Verständnis von Corporate Social Responsibility von rein philanthropischen Konzepten einer Spendenethik („corporate givings“, im deutschen Sprachraum auch als Corporate Citizenship bezeichnet) ab. Es geht damit nicht darum, wie Unternehmen ihre Gewinne verwenden, sondern wie sie ihre Gewinne erwirtschaften.

CSR wird in dieser Hinsicht als Managementansatz gesehen, mit dem unter Einbeziehung der Stakeholder Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung geleistet werden sollen.

2. Alternative Schreibweisen und Synonyme

CSR wird teilweise synonym mit nachhaltiger Unternehmensführung oder nachhaltiger Unternehmenspolitik verwendet. Auch die Schreibweise „Corporate Responsibility“ findet sich in der Praxis. Dabei wird argumentiert,„social“ würde die Verantwortungsdimension auf soziale Aspekte engführen und die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit ausblenden. Andererseits kann darauf hingewiesen werden, dass der englische Begriff „social“ nicht nur „sozial“, sondern auch „gesellschaftlich“ bedeutet und damit wiederum eine umfassendere Perspektive angesprochen ist, die soziale wie ökologische Fragen umfasst.

Die Schreibweise „Social Responsibility“ erlangte mit der Ausweitung der Akteure gesellschaftlicher Verantwortung Bedeutung: Neben Unternehmen werden diese Erwartungen auch an politische Institutionen, Bildungseinrichtungen, Gewerkschaften, Organisationen der Zivilgesellschaft etc. gestellt. Mit der ISO 26000 liegt eine Norm vor, die Verantwortung nicht nur auf Unternehmen begrenzt, sondern die Anwendbarkeit einer allgemeinen Organisationsethik für eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure beansprucht.

3. Verantwortungsbereiche

Die CSR-Diskussion hat zu einer Vielzahl von praktischen Initiativen geführt: Der Leitfaden zur CSR-Berichterstattung (G4 der Global Reporting Initiative) sieht ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Leistungsindikatoren vor, wobei die gesellschaftlichen bereits in vier Bereiche aufgeschlüsselt sind: Arbeitspraktiken & Menschenwürdige Beschäftigung, Menschenrechte, Gesellschaft, Produktverantwortung. In den einschlägigen Standards und Leitlinien zum CSR-/Nachhaltigkeitsmanagement (UN Global Compact, ISO 26000 und OECD-Leitsätze) werden u.a. folgende Themenbereiche angeführt, die für das Management der gesellschaftlichen Verantwortung herangezogen werden sollen: Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken und -normen, Umwelt, Korruptionsbekämpfung, Konsumentenbelange, Einhaltung von Wettbewerbsregeln, faire Geschäftspraktiken, angemessene Lohnzahlungen, Wissens- und Technologietransfer, Steuerzahlung vor Ort, Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft.

4. (Internationale) Quellen und Umsetzungshinweise

Eine der bedeutendsten Quellen für das aktuelle CSR-Verständnis war bisher das Grünbuch der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2001. Dort hieß es, Corporate Social Responsibility „ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“. Mit der Veröffentlichung der aktuellen CSR-Strategie der Europäischen Kommission (2011) lieferte diese eine neue, vereinfachte Definition – allerdings mit neuen Ergänzungen bzw. Erläuterungen. Die Kurzdefinition lautet: CSR „ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“.

Weitere international anerkannte Definitionen und Umsetzungshinweise stammen etwa aus dem CSR-Standard ISO 26000, vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) sowie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

5. Aktuelle Literatur

  • ONR ISO 26000: Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung (ISO 26000:2010), 2011
  • ONR 192500: Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR), 2011

6. Links

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