CSR-Wissen

Eco Design

Autor des Beitrags: Dr. Nikolaus MarbachBerater für nachhaltige Produktgestaltung


Das Ziel des Eco Design ist die Gestaltung von ökologisch nachhaltigen Produkten. Design beschreibt in diesem Zusammenhang alle kreativen Aspekte der Produktgestaltung nicht nur die ästhetische Gestaltung des Produkts (Styling). Das Eco Design sensibilisiert alle in den Gestaltungsprozess involvierten Akteure für die ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte und fördert eine ganzheitliche Betrachtungs- und Herangehensweise, die auch die Wechselwirkungen mit sozialen und ökonomischen Aspekten einbezieht. Die Herausforderungen, die sich aus der Vielfalt, Vielschichtigkeit und Komplexität der Ökologie ergeben, werden adressiert und die ökologischen Anforderungen werden in den Prozess der Produktgestaltung integriert.

1. Strukturierung

Das Eco Design unterstützt den Designer bei der Strukturierung des Themas Ökologie. Die ökologischen Auswirkungen von Materialwahl, Realisation und Nutzenkonzept werden thematisiert und in den Kontext der ökonomischen Mechanismen gestellt und Risiken werden durch das Identifizieren kritischer Pfade minimiert.

Die Wahl der Materialien und die Auswahl des Herstellungsverfahrens bestimmen maßgeblich die ökologischen Auswirkungen vieler Produkte. Die Auswirkungen eines Produkts in der Nutzenphase antizipiert das Eco Design bereits bei der Gestaltung und minimiert diese durch die Berücksichtigung wichtiger Kriterien (z.B. einfache Wartung, Reparierbarkeit).

2. Strategien

Die Nachhaltigkeitsstrategien der Suffizienz, Konsistenz und Effizienz finden eröffnen dem Designer unterschiedliche Ansätze zur Umsetzung seiner ökologischen Ziele im Design. Die Suffizienz setzt auf eine Verbesserung der Lebensqualität bei verringertem Materialeinsatz durch Dienstleistungen und ihre Fähigkeit Kundenbedürfnisse ohne die Verwendung physischer Güter zu befriedigen bzw. die Nutzung physischer Güter anders zu organisieren. Konsistenz und Effizienz adressieren dagegen maßgeblich physische Güter und deren Gestaltung. Die Konsistenz zielt darauf ab die ‘richtigen’ Produkte zu gestalten. Dies sind Produkte deren Auswirkungen entlang ihres Lebenszyklus innerhalb der Kapazitäten des Ökosystems bleiben.

3. Herausforderungen

Der Designer ist in seiner gestalterischen Tätigkeit meistens verschiedenen Anforderungen ausgesetzt, die mit seinen Anspruch umweltgerechte Produkte zu erstellen kollidieren können und zu Zielkonflikten führen. Der Designer will seinen eigenen Designanspruch verwirklichen und im Rahmen des Eco Design die ökologische Anforderungen in das Produkt integrieren. Er sieht sich zugleich mit den Kundenanforderungen konfrontiert, muss die unternehmerischen Vorgaben berücksichtigen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Ansprüche beachten. Die Stärke und Ausprägung dieses Spannungsfeldes definiert maßgeblich den Freiraum, der dem Designer für das Eco Design zur Verfügung steht.

4. Kritik

Eine ganzheitliche Betrachtung in Sinne eines nachhaltigen Designs erfordert die Einbeziehung ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte in das Design. Mikroökonomische Aspekte werden bereits im herkömmlichen Design berücksichtigt und sind Teil des Eco Designs, aber soziale Aspekte werden nicht adäquat berücksichtigt. Die Weiterentwicklung zu einem ‘Sustainable Design’ ist erforderlich. Makroökonomische Aspekte finden ebenfalls selten Eingang in das Eco Design, obwohl diese durch das Design beeinflusst werden können. Das ‘Transformative Design’, das Design als einen Treiber gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderung begreift, greift diesen Aspekt auf.

5. Literatur

  • Braungart, M.; McDonough, W.: Cradle to Cradle. Remaking the Way We Make Things. North Point Press, New York, 2002.
  • Fiksel, Joseph: Design for Environment, McGraw-Hill, New York, 2012.
  • Rainey, David: Sustainable Business Development, Cambridge University Press, Cambrige, 2006, (Kap. 9, 10, 11).
  • Stark, John: Product Lifecycle Management, Springer, London, 2005

6. Links

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