CSR-Wissen

Konsum

Autorin des Beitrags: Katrin Conzelmann-StinglGründerin Sustainable Management Group


Unter Konsum (lat. consumere „verbrauchen“) versteht man allgemein den Verzehr oder Verbrauch von Gütern. Im volkswirtschaftlichen Sinne steht der Begriff für den Kauf von Gütern des privaten Ge- oder Verbrauchs durch Konsumenten (Haushalte).

1. Wohlstand

Die Quantität des Konsums ist mit dem Faktor des Wohlstandes verknüpft. Je wohlhabender eine Gesellschaft oder eine Person ist, desto mehr kann sie konsumieren, also verbrauchen. Dies können sowohl materielle wie auch immaterielle Güter sein. Die Einzelperson definiert sich defacto über die Gesamtgesellschaft, in der sie lebt. In einer wirtschaftlich starken Volkswirtschaft spricht man dann von einer Konsumgesellschaft. Betriebs- und volkswirtschaftlich ist das Konsum- oder auch Kaufverhalten eines der wichtigsten Faktoren und wird über das Bruttoinlandsprodukt gemessen, wobei Relevanzfaktoren wie Umwelt und Soziales dabei außer Acht gelassen werden. Konsumgesellschaften verbrauchen weitaus mehr Rohstoffe und umweltrelevante Faktoren, als sie für das eigentliche Leben bräuchten. Durch Verfügbarkeiten, Preisverfall und Bewerbung werden Wünsche stimuliert, die über das eigentlich Notwendige hinaus zum Konsum anregen. Mobilität, Unabhängigkeit, Energie, Nahrung aus dem globalen Raum, ständige Innovationen sind nur einige Gründe, warum die Schere zwischen dem reicheren Norden und dem ärmeren Süden größer wird.

2. Soziales

Durch Globalisierung und World Wide Web hat sich der Konsum von nicht lebensnotwendigen Produkten überproportional ausgebreitet und wurde einerseits demokratisiert und politisiert. Andererseits wird Begehren auch dort erzeugt, wo der Konsum nicht mit dem Auslösen durch Kauf zunächst befriedigt werden kann, sondern löst im Gegenteil Konflikte aus. Zum einen dadurch, dass der Materialismus auch in Ländern Begehrlichkeiten erzeugt, die zunächst unerreichbar erscheinen. Zum anderen wird in Erzeugerländern durch das Niedriglohnniveau und unter schwach regulierten Bedingungen der Massenmarkt der Konsumentenländer bedient. Armut, Krankheiten, Hunger, Kinderarbeit, Gefahrstoffeinsatz und Ausbeutung sind die Folgen. Rohstoffe und Waren sind Teil eines globalisierten Handels, der die Zusammenhänge zwischen Nutzung und Ausbeutung nicht berücksichtigt.

Die Rechte des Konsumenten, der aufgrund seiner Kaufkraft die globalen Märkte bestimmt, müssen mit den Werten für eine soziale Gerechtigkeit verknüpft werden können, damit die soziale Ungleichheit ausgeglichen wird. Der direkte Zusammenhang zwischen Kaufkraft sowie Konsum und Missständen sowie Armut hat eine gesellschaftliche Wertediskussion ausgelöst, die einen Materialismus nun mit Idealismus in Verbindung bringt und nach dem Sinn des Konsumierens und Verbrauchens fragt. Das Bedürfnis nach materiellen Werten nimmt in Gesellschaften mit ökonomischem Wohlstand ab, während der Wunsch nach abstrakten Werten wie Glück, Freiheit und Bildung dagegen zunimmt (Maslow, 1954).

3. Umwelt

Konsum als Konfliktpotential entsteht auch dann, wenn die Produkte in den Herstellerländern wieder entsorgt werden und somit als Abfallprodukt einen ausbeuterischen Prozess begleiten. Im globalen Kontext ist das Erzeugerland dann auch das Entsorgerland.

Laut Umweltbundesamt ist ein Umweltverbrauch durch Konsum von bis zu 80% auf Wohnen, Mobilität und Ernährung zurückzuführen. Dazu misst man den durchschnittlichen CO²-Ausstoß nach Alltagsbereichen. Der Produktionspreis fossiler Energieträger besteht nur aus den Kosten für die Förderung, nicht aber für den fossilen Energieträger selbst. Weiterhin sind durch die Bohrrechte der industrialisierten Konsumländer die Ressourcenländer kaum an den Profiten beteiligt.

Durch die konsumrelevanten Faktoren wie Umwelt und Soziales steht das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung eng verbunden mit einem Konzept zum nachhaltigen Konsum: Den Verbrauch an Umwelt- und Sozialfaktoren so steuern, dass damit global verallgemeinerbare Konsummuster entstehen können – heute und in Zukunft.

4. Lösungsansätze

In den Erzeugerländern:

  • Erhöhung der Ressourcenpreise, die ausbeuterisch volkswirtschaftlich fehlberechnet sind. Dies führt zur Erhöhung des Endverbraucherpreises, wodurch ein Realpreis entsteht.
  • Exportabhängigkeiten führen zu Preiskämpfen auf den internationalen Märkten. Von daher ist eine Stärkung der Binnenmärkte wichtig, um sich unabhängig zu machen.
  • Der Aufbau von Gewerkschaften stärkt die Rechte der Arbeiter und erschwert somit die Ausbeutung der sozialen Faktoren.
  • Schaffung von demokratischen Regierungen und Verhinderung von korrupten Systemen.

In den Verbraucherländern:

  • Die Erhöhung der Wertigkeit der Produkte durch Zahlung von Realpreisen. Diese entstehen durch Zahlungen der Realpreise, die Ressourcen und Transporte einkalkulieren.
  • Durch die Erhöhung der Wertigkeit wird nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Nutzung und Entsorgung des Produktes einkalkuliert. Reparieren statt Wegwerfen könnte hier ein Lösungsansatz sein.
  • Gemeinwesen stärken, somit auch den Individualkonsum zugunsten des Gemeinkonsumes einschränken (sharing-Konzepte).
  • Stärkung der lokalen Märkte durch den Konsum von regionalen und saisonalen Erzeugnissen.

5. Literatur

  • Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Konsum, online im Internet
  • Maslow, A. H. (1954). Motivation and personality. New York: Harper & Row.
  • Wikipedia, Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, online im Internet

6. Links