CSR-Wissen

Mobilität (nachhaltige)

Autoren des Beitrags: Hannah Witting und Johannes AugeBerater der B.A.U.M. Consult GmbH


In Deutschland wurden 2013 im Verkehrssektor ca. 96% fossile Energieträger eingesetzt; etwa ein Fünftel der CO2-Emissionen werden dem Sektor zugeschrieben. Dabei emittiert der Personenverkehr mehr als dreimal so viel CO2 als der Güterverkehr. Weitere Belastungen entstehen in erster Linie durch den Flächenverbrauch, Lärm und Luftschadstoffe sowie Staus und Platzprobleme v.a. in Ballungsgebieten (Quelle: UBA).

Das Mobilitätsaufkommen wird auch in Zukunft weiter wachsen, es ist Grundlage für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Die zentrale Herausforderung liegt im Erhalt der Mobilität und der Sicherung der Güterversorgung bei gleichzeitiger Reduktion der Verkehrsbelastungen von Mensch und Umwelt auf ein Minimum. Wie kann eine solche Mobilitätswende gelingen? Ein wichtiger Aspekt ist die Substitution fossiler Brennstoffe durch erneuerbaren Strom (Elektromobilität). Aber vor allem muss eine Wende in den Köpfen stattfinden, Multimodalität (Kombination verschiedener Verkehrsträger), Effizienzsteigerung und Vermeidung von Fahrten gewinnen an Bedeutung.

1. Handlungsfelder

Effizienz bedeutet notwendige Verkehre mit weniger Energie- und Materialeinsatz abzuwickeln. Dies gelingt durch sparsame Fahrzeuge mit verbrauchsärmeren Motoren und leichteren Karosserien. Oder mit weniger Fahrzeugen: Neue Nutzungsmodelle wie Carsharing erhalten die Mobilitätsleistung, reduzieren aber gleichzeitig den Materialeinsatz deutlich. Im Güterverkehr wird Effizienz in erster Linie durch Informationstechnologie erzielt, wodurch die Auslastung steigt und Leerfahrten vermieden werden.

Alternativen nutzen: Neue Technologien für Fahrzeuge und ein intelligentes Verkehrsmanagement werden die Schlüssel für weniger CO2-Emissionen sein. Das Stichwort lautet Multimodalität – eine Entwicklung zu verkehrsträgerübergreifenden Konzepten. Neben Elektrofahrzeugen, die mit nachhaltig produziertem Strom betrieben werden, werden weitere umweltfreundliche Mobilitätsformen nach Bedarf kombiniert.

2. Maßnahmen in Unternehmen

Mobilität hat im Unternehmen eine Querschnittsfunktion. Das Feld reicht von Lieferanten- und Kundenverkehren über den Fuhrpark zu Dienstreisen und der Anreise der Mitarbeiter zum Arbeitsort. Um ein nachhaltiges Verhalten zu fördern können Unternehmen an den unterschiedlichen Stellen ansetzen. Maßnahmen im Personenverkehr umfassen etwa einen optimierten Fuhrpark mit wenig CO2-Emissionen (Green Car Policy), Wahlmöglichkeiten für die Mitarbeiter (z.B. Bahncard 100 statt Auto), Reiserichtlinien und unterstützende Anreizsysteme (z.B. Fahrradförderung, Monatskarten für den ÖPNV, Homeoffice-Regelungen, Spritspar-Wettbewerbe). Emissionen aus dem Güterverkehr lassen sich durch die Wahl regionaler Zulieferer, die Nutzung von Schienen und Wasserstraßen sowie eine optimierte Routenplanung senken.

Es gilt, das Thema Mobilität im Managementsystem des Unternehmens zu verankern. Häufig ergeben sich neben CO2- und Kosteneinsparung weitere positive Effekte für das Betriebsklima und die Gesundheit der Mitarbeiter.

3. Weitere Informationen

  • Online Plattformen für privates CarSharing: autonetzer, Rent’n’Roll, Nachbarschaftsauto, Tamyca
  • Bikesharing-Konzepte, wie Call a Bike (DB Rent), Projekt: E2Rad-Anschlussmobilität
  • Web-basiertes Online-Pooling von Fahrgemeinschaften, z.B. DeinBus.de (Reisebus), Flinc.org (PKW), PocketTa

4. Links

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