CSR-Wissen

ONR 192500

Autor des Beitrags: Christian KatholniggThe CSR Company GmbH


ONR 192500 „ Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen – CSR“ wurde in einem zweijährigen Prozess durch das Komitee 251 (CSR) des Österr. Normungsinstitutes entwickelt und im November 2011 veröffentlicht. Angelehnt an die ISO 26.000 definiert dieser Standard inhaltliche Anforderungen an ein CSR-Managementsystem.

1. Aufbau

Die ONR 192500 orientiert sich an der ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“, an der ÖNORM S2502 „Beratungsdienstleistungen zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen“ sowie am Draft ISO Guide 83 (“High level structure and identical text for management system standards and common core management system terms and definitions”), um eine Kompatibilität zu anderen Managementsystemen sicherstellen zu können.

Die ON-Regel soll dazu beitragen, „dass sich Organisationen systematisch mit dem Prozessen und den Anforderungen gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen und diese institutionalisieren“ (ONR 192500- 2011, Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen [CSR], S5). Sie basiert im Wesentlichen auf zwei ineinandergreifenden Teilen, dem Managementsystem-Ansatz und einem normativem Anhang, der die Erwartungen und Handlungsempfehlungen zu den Kernthemen gesellschaftlicher Verantwortung beschreibt.

2. Der Managementansatz

Orientiert sich am Draft ISO Guide 83 und ermöglicht so die Einbindung in bereits bestehende Managementsysteme wie zum Beispiel der ISO 14001.
Er umfasst neben der Analyse der organisationsspezifischen Merkmale, des Einflussbereichs der Organisation, der Identifizierung der Anspruchsgruppen auch die Bereiche Führung, Planung, Bereitstellung von Ressourcen, die Planung und Lenkung von Tätigkeiten ebenso wie den Bereich der Leistungsbewertung.

3. Der normative Anhang

Der normative Anhang der ONR192500 enthält Erwartungen und Handlungsempfehlungen zu den Kernthemen gesellschaftlicher Verantwortung, mit denen sich die Organisation auseinanderzusetzen hat.

Diese entsprechen im Wesentlichen den Kernthemen der ISO 26000 und lauten wie folgt:

  • Organisationsführung
  • Menschenrechte
  • Arbeitspraktiken
  • Umwelt
  • Faire Betriebs – und Geschäftspraktiken
  • Konsumentenbelange
  • Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft

4. Nachweis der Konformität

Die Konformität mit diesem Standard kann auf vier verschiedene Weisen erfolgen:

  • durch eigene Ermittlung und Abgabe einer Selbsterklärung
  • durch die Bestätigung der Selbsterklärung durch Externe
  • durch Überprüfung durch die Anspruchsgruppen (Stakeholder)
  • durch Überprüfung durch unabhängige, sachverständige Dritte

5. Umsetzung in der Praxis

Zu den ersten Organisationen, die ein CSR-Managementsysteme nach der ON-Regel 192500 eingeführt haben und zertifiziert wurden, zählen in Deutschland die Harting Technologiegruppe durch die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen – DQS, sowie, als erstes österreichisches Unternehmen, die Oberösterreichische Ferngas AG durch den TÜV Süd Landesgesellschaft Österreich.

6. Praxishilfen

  • ONR 192500, Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR)
  • ONR ISO 26000, Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung (ISO 26000:2010)
  • ON-V 23, Corporate Social Responsibility – Handlungsanleitung zur Umsetzung von gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen (CSR-Leitfaden)
  • „Guidance on self declaration NEN-ISO 26000“ NPR 9026: 2011
  • „CSR Self-Assessment Handbook for Companies“, 2010, UNDP

7. Links