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Sedex

Autor des Beitrags: Altan DayankacLead Auditor Quality, Enviroment, Health and Safety, Energy and Sustainability (DQS)


Sedex steht für Supplier Ethical Data Exchange und ist eine private Mitgliederorganisation. Sie wurde 2002 ins Leben gerufen, zwei Jahre später ging die gleichnamige Online-Plattform an den Start. Das Ziel: Die Nachhaltigkeit von Lieferketten transparent zu machen.

Über Sedex können sich die teilnehmenden Unternehmen jederzeit über die Arbeits- und Umweltbedingungen ihrer Lieferanten informieren. Gleichzeitig haben die teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit, Informationen über ihr eigenes nachhaltiges Engagement vielen Kunden, auch den potenziellen, zugänglich zu machen. Im Gegensatz zu Nachhaltigkeitsberichten, die nach außen wirken, wirkt Sedex nach innen ins operative Geschäft zwischen zwei Geschäftspartnern.

Sedex bietet mehrere Möglichkeiten, das Nachhaltigkeitsengagement eines Unternehmens darzustellen:

1. SMETA-Audit

Das Kernstück von Sedex sind die SMETA-Audits. Das sind Verfahren, die bestimmte Bereiche unter die Lupe nehmen, und überprüfen, ob sie gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Die SMETA-Audits werden von unabhängigen, gesetzlich akkreditieren Auditoren durchgeführt und umfassen bis zu vier Bereiche:

a) Arbeitsstandards,
b) Gesundheits- und Arbeitsschutz,
c) Umwelt,
d) Geschäftsethik.

Unternehmen können zwischen zwei Modellen wählen, dem 2-Säulen-Audit, das die Themen Arbeitsstandards und Gesundheits- / Arbeitsschutz beinhaltet, und dem 4-Säulen-Modell, bei dem alle vier Bereiche auditiert werden.

Ein Audit beinhaltet Pflichtbestandteile für die einzelnen Säulen:

  • Die Betriebsstätte wird besichtigt, was besonders bei der Überprüfung von Arbeitsschutzvorschriften wichtig ist.
  • Das Management wird hinsichtlich der unterschiedlichen Kriterien befragt.
  • Eine Zufallsauswahl an Mitarbeitern wird ebenfalls befragt, etwa zu den Arbeitsbedingungen.
  • Dokumente, wie Arbeitsverträge, werden überprüft und mit der Praxis abgeglichen. So darf der vertraglich festgelegte Urlaubsanspruch der Mitarbeiter nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern muss auch genommen werden.

Wie lange ein Audit dauert und die daraus resultierenden Kosten hängt von der Mitarbeiterzahl des jeweiligen Standorts ab. Besitzt ein Unternehmen mehrere Produktionsstandorte, auch im Ausland, erhält jeder sein eigenes SMETA-Zertifikat.

2. Zertifikate und Selbstauskunft

Neben dem SMETA-Audit können Unternehmen ihre Nachhaltigkeit mit eigenen Zertifikaten (etwa ISO 14001, ISO 50001) dokumentieren, die sie für ihre Kunden sichtbar auf der Online-Plattform ablegen. Zudem füllen alle Unternehmen einen Fragebogen (Self Assesment Questionaire, SAQ) aus, der eigene Angaben zu Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Arbeitsschutz, Umweltschutz sowie Unternehmensethik in den einzelnen Produktionsstätten enthält.

3. Links

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