CSR-Wissen

Wasser-Fußabdruck

Autor des Beitrags: Philipp VogtHaufe Gruppe, Freiburg


Lokales Handeln hat globale Effekte. In unserer globalisierten Welt ist diese Erkenntnis in vielen Bereichen relevant, auch beim Wasser. Denn nicht Trinken und Duschen sind die treibenden Kräfte für den Wasserverbrauch. Die Produktion von Nahrungsmitteln und Non-Food-Gütern und die globale Vernetzung der Produktionskette sind hauptverantwortlich für den weltweiten Verbrauch von Wasser – und das nicht nur in humiden Gebieten, sondern eben auch in Gebieten, die unter Wasserknappheit leiden und wo Wasserverbrauch zu erheblich Problemen führt.
In Anlehnung an den ökologischen Fußabdruck wird die „ganzheitliche“ Erfassung und Bewertung des Wasserverbrauchs als Wasser-Fußabdruck (Water Footprint) bezeichnet – ein Wert, der den direkten als auch den indirekten Wasserverbrauch einschließt.

1. Definition Wasser-Fußabdruck – Water Footprint

“Der ‘Wasser-Fußabdruck’ eines Einzelnen, einer Gemeinschaft, oder eines Betriebes wird als das Gesamtvolumen von Süßwasser definiert, das ein Einzelner oder eine Gemeinschaft als Konsument, oder ein Betrieb zur Herstellung von Waren und Dienstleistungen, verbraucht.” (www.wasserfussabdruck.org). Der Wasser-Fußabdruck kann damit als Performance-Indikator für das Nachhaltigkeits-Management eines Unternehmens, aber auch als Ausdruck eines nachhaltigen Konsumverhaltens verstanden werden. Er “eignet sich besonders zur Berechnung von Indikatoren zu einer nachhaltigen Ressourcennutzung”, wie das Statistische Bundesamt in seiner Veröffentlichung „Wasserfussabdruck von Ernährungsgütern in Deutschland“ betont (Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2012, S. 5).

2. Wasser mit unterschiedlicher Farbkennzeichnung

Das Wasser beim Wasser-Fußabdruck ist grün, blau oder grau. Mit „Grünem Wasser“ ist das „natürlich vorkommende Boden- und Regenwasser, welches von Pflanzen aufgenommen und verdunstet wird“ und damit Teil des natürlichen Wasserkreislaufs bleibt. Zur Herstellung eines Produktes genutztes Grund-­ oder Oberflächenwasser, das nicht mehr in Gewässer zurückgeführt wird, nennt man „Blaues Wasser“. Die Wassermenge, die notwendig ist, damit verschmutztes Wasser wieder zu sauberem Wasser gereinigt wird, bezeichnet man als „Graues Wasser“.

3. Beispiele für den Wasser-Fußabdruck

Der direkte Wasserverbrauch jedes einzelnen in Deutschland beträgt 121 Liter (Stand 2010), der indirekte Wasserverbrauch liegt beim über 30-fachen Wert, 3.900 Liter. Der Wasser-Fußabdruck von 1 kg Rindfleisch beträgt im weltweiten Mittel 15.000 Liter, dabei entfällt der überwiegende Teil auf Grünes Wasser, aber für ein kg Rindfleisch wird auch durchschnittlich 450 Liter Wasser verbraucht um Schmutzwasser wieder sauber zu bekommen.

4. Wasser-Fußabdruck – vom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsaspekt

Der Umweltaspekt Wasserverbrauch spielt in vielen Unternehmen in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Als Wasser-Fußabdruck wird dieser Umweltaspekt zum Nachhaltigkeitsaspekt, verbunden nicht nur mit einer indirekten ökologischen, sondern auch mit einer sozialen Dimension. Und für Unternehmen, die über den Werkszaun hinaus blicken wollen, stellt der Wasser-Fußabdruck einen geeigneten Indikator dar.

5. Links