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Volkswagen-Aktionäre billigen neues Vergütungssystem

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Unter dem Eindruck der Aufarbeitung des Diesel-Abgasskandals haben die Aktionäre des Volkswagen-Konzerns Vorstand und Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung entlastet.

Hannover (afp) > Dies teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Hannover mit. Im vergangenen Jahr hatte sich der Volkswagen-Großaktionär Niedersachsen der Komplett-Entlastung des Konzernvorstands verweigert und sich bei den Abstimmungen zu Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess enthalten. Die diesjährige Hauptversammlung in Hannover billigte zudem ein neues Vergütungssystem für den Konzernvorstand und die Mitglieder des Aufsichtsrates. Die Einkünfte der Volkswagen-Vorstände hatten wiederholt für Diskussionen gesorgt. So bekam der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn zu Spitzenzeiten 17,5 Millionen Euro für ein Jahr Arbeit. Nach Bekanntwerden des Skandals um gefälschte Abgaswerte von Dieselfahrzeugen im Herbst 2015 flammte die Debatte wieder auf.

Mit einer Mehrheit von 99,99 Prozent schlossen sich die Stammaktionäre außerdem dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat an, eine Dividende von 2,00 Euro je Stammaktie und 2,06 Euro je Vorzugsaktie zu zahlen. Damit werde rund eine Milliarde Euro aus dem Bilanzgewinn der Volkswagen AG ausgeschüttet, erklärte der Konzern. Von den Abgas-Manipulationen, die Volkswagen im September 2015 auf Druck der US-Behörden einräumen musste, sind weltweit insgesamt elf Millionen Autos betroffen – nicht nur Autos der Kernmarke VW, sondern auch Modelle anderer Marken wie Seat und Skoda.

Weltweit seien bislang 4,7 Millionen Fahrzeuge der verschiedenen Konzernmarken in Werkstätten umgerüstet worden, sagte Volkswagen-Chef Matthias Müller. In Deutschland sei die Umrüstung bereits bei mehr als 1,7 Millionen Fahrzeugen erfolgt. Nach Angaben von Müller sind die Kunden mit der technischen Umrüstung „zufrieden“. „Nur sehr wenige haben sich nach dem Update mit einer Rückfrage oder einem Problem bei uns gemeldet.“ Diese Fälle hätten meist schnell gelöst werden können.